Allergien

Vielfalt statt Meiden

© juliasudnitskaya/Fotolia.com

Vor allem bei familiärer Vorbelastung sorgen sich Eltern, dass ihr Kind Allergien entwickeln könnte. Doch wie lässt sich vorbeugen? Das Baby frühzeitig an viele unterschiedliche Nahrungsmittel zu gewöhnen, scheint effektiver zu sein, als es davor zu behüten. Darauf weist der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) hin.

Früher wurde Eltern sogenannter Risikokinder geraten, ihre Sprösslinge im ersten Lebensjahr vorsorglich von Nahrungsmitteln wie Hühnerei oder Nüssen, die häufig Allergien auslösen, fernzuhalten. Doch neuere Studiendaten zeigen beispielsweise, dass Kinder, auf deren Speiseplan im Alter von 4 bis 11 Monaten Erdnüsse standen, später seltener eine Erdnussallergie entwickelten. Damit sich frühzeitig eine Toleranz gegenüber Nahrungsmittel entwickeln kann, sollte auch bei Risikokindern bereits ab dem fünften Lebensmonat nach und nach eine bunte Palette an Beikost eingeführt werden“, rät Prof. Tilo Biedermann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München.

Auch wenn das Immunsystem schon im frühen Kindesalter mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher Einflüsse konfrontiert wird, kann das Allergie-Risiko laut BVDD gesenkt werden. So zeigten verschiedene Studien, dass Kinder weniger zu Allergien neigen, wenn sie auf dem Bauernhof aufwachsen, mehrere Geschwister haben oder eine Kita besuchen.

durchblick gesundheit • Ausgabe 65 • Juli–September 2019 



Apr 7, 2019, 2:56:36 PM, Autor: na