Studie

Was bringt das „Rezept für Bewegung“?

Ärztliche Beratung im Sinne des „Rezepts für Bewegung“ kann als ergänzendes Instrument zur Sensibilisierung von Patienten für das Thema Bewegung und Gesundheit unterstützen und zu entsprechender Steigerung der körperlichen Aktivität beitragen.

Lässt sich Bewegung verschreiben?
©Dusan Kostic/Fotolia

Dies schlussfolgern Sportmediziner und Sportwissenschaftler um Dr. Lutz Vogt (Universität Frankfurt am Main) aus den Ergebnissen einer anonymen Umfrage bei Patienten („DMW“).

Das vor wenigen Jahren eingeführte „Rezept für Bewegung“ soll bekanntlich das ärztliche Bewegungsberatungsgespräch für inaktive Patienten verbindlicher gestalten. Ziel der Umfrage-Studie war es nun, die Wahrnehmung der Beratungsqualität aus Patientensicht und die daraus resultierenden Handlungskonsequenzen systematisch zu erfassen.

Mit Hilfe eines standardisierten 17-Item-Instruments wurden 173 Patienten im Mittel vier Monate nach ärztlicher Beratung hinsichtlich Beratungszufriedenheit sowie Handlungsintention und -konsequenz anonym befragt. Angaben von 35 Frauen und 17 Männern (Durchschnittsalter 56 Jahren) konnten ausgewertet werden.

Knapp zwei Drittel der Befragten waren nach ihren Angaben in ihrem Leben vor der Beratung sehr geringfügig körperlich aktiv (≤ 60 min/Woche). Die Beratung zum „Rezept für Bewegung“ sei in 63  Prozent der Fälle mit gut bis sehr gut bewertet worden, berichten Vogt und seine Mitautoren. Mehr als die Hälfte der Befragten habe angegeben, im Anschluss an die Beratung ein Bewegungsangebot im Verein aufgesucht zu haben; 53 Prozent hätten eigenen Angaben zufolge mehr Sport, getrieben und 51  Prozent ihren Alltag körperlich aktiver gestaltet.

Patienten, die die Ausführlichkeit der Beratung als gut bewertet hätten, hätten nach eigenen Angaben in der Folge der Beratung signifikant häufiger Sport getrieben als vor der Beratung. Fast die Hälfte der Befragten habe sich zur Erleichterung des Einstieges in ein Bewegungsangebot mehr Unterstützung von ihrer Krankenkasse gewünscht.

May 27, 2019, 12:02:53 PM, Autor: Dr. med. Thomas Kron