Teilnehmer gesucht

App-Therapie für Migräne-Patienten

Die Charité sucht für ein neues digitales Therapiekonzept Patienten mit häufigen Migräneattacken. Konkret wird die Smartphone-gestützte Migränetherapie SMARTGEM untersucht, die eine wissenschaftlich begleitete und erstmals ortsunabhängige Behandlungsform bieten soll. „Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und die Chronifizierung der Erkrankung zu verhindern“, heißt es in einer Presse-Information.

Die App M-sense soll die Behandlung von Patienten mit Kopfschmerzen optimieren.

Der Zugang zu spezialisierten Schmerztherapeuten sei im städtischen und insbesondere im ländlichen Bereich begrenzt. „Um Migräne-Patienten eine adäquate Behandlung zu ermöglichen, wird mit SMARTGEM die Wirksamkeit einer digitalen und ortsunabhängigen Therapieform untersucht“, heißt es weiter.

Mithilfe der App M-sense könnten die Patienten ihre Kopfschmerzen dokumentieren – so werde die Therapie überwacht und gleichzeitig könnten mögliche Auslöser für die Migräneattacken identifiziert werden. „Durch das integrierte Therapiemodul werden die Betroffenen bei der Durchführung von Entspannungsverfahren und Ausdauersport unterstützt sowie in individuellen verhaltenstherapeutischen Ansätzen geschult. Weiterhin können die Patienten über eine Kommunikationsplattform in einer Online-Sprechstunde direkt mit ihrem behandelnden Arzt in der Kopfschmerzambulanz Kontakt aufnehmen und sich in einem ärztlich moderierten Forum mit anderen Migränepatienten austauschen“, informiert die Charité.

Über ein Online-Monitoring der Kopfschmerzdokumentation könnten die behandelnden niedergelassenen Ärzte und die Neurologen des Charité-Kopfschmerzzentrums den Therapieverlauf beurteilen und sich bei Bedarf telemedizinisch über mögliche Anpassungen beraten. Das Team um Projektleiter Dr. Lars Neeb von der Klinik für Neurologie am Campus Charité Mitte erwartet für die Teilnehmer eine deutliche Verringerung der Attacken und des Schmerzmittelverbrauchs.

Die Wirksamkeit von SMARTGEM wird in einer randomisierten kontrollierten Studie überprüft. Hierfür sollen insgesamt 1.200 Patientinnen und Patienten aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt untersucht werden. 600 von ihnen erhalten direkt Zugang zu der neuen Versorgungsform, die Vergleichsgruppe wendet die App zur reinen Kopfschmerzdokumentation ohne Zugang zu den erweiterten Funktionen für sechs Monate an, bevor sie dann alle Funktionen nutzen kann. Probanden aus Berlin und Brandenburg werden in der Kopfschmerzambulanz der Charité betreut. Die Studie dauert mindestens sechs Monate mit der Möglichkeit auf maximal zwölf Monate zu verlängern.

Interessierte können sich telefonisch unter 030/560887 oder per Mail an smartgem@charite.de an das Kopfschmerzzentrum der Charité wenden.

14.01.2019 14:51:38, Autor: js