Kurz gemeldet

Schwerhörigkeit und die Folgen

© DDRockstar/Fotolia.com
Wenn Schwerhörigkeit zu spät behandelt wird, kann das schwerwiegende Folgen haben. HNO-Ärzte empfehlen deshalb ein reguläres Hörscreening ab dem 50. Lebensjahr. Denn ab der zweiten Lebenshälfte nehme die Hörfähigkeit der meisten Menschen ab, sagt PD Dr. Jan Löhler, Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für angewandte HNO-Heilkunde in Bad Bramstedt. Häufig sei hierfür eine Altersschwerhörigkeit verantwortlich, im Fachjargon „Presbyakusis“ genannt.

Betroffene nähmen ihre sinkende Hörfähigkeit allzu oft nicht ernst, sagt der HNO-Arzt. Doch ohne Gegensteuern könnten die Folgen gravierend sein, warnt er. So könne eine unbehandelte Schwerhörigkeit zu komplexen Veränderungen der Hirnstrukturen führen und damit die intellektuelle Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. „Zudem steigen die Risiken, an einer Demenz zu erkranken und eine Depression zu erleiden. Auch der Gleichgewichtssinn ist beeinträchtigt, sodass das Risiko steigt zu stürzen.“

Um solche schwerwiegenden Folgen zu verhindern oder zumindest abzumildern, sei ein reguläres Hörscreening ab dem 50. Lebensjahr erforderlich, beispielsweise mit einem einfachen, von jedem Arzt handhabbaren Fragebogen. „Nur so können Schwerhörende rechtzeitig identifiziert und adäquat vom HNO-Arzt behandelt werden“, sagt Löhler.


durchblick gesundheit • Ausgabe 63 • Januar–März 2019

Jan 21, 2019, 11:27:24 AM, Autor: na