Über 20 Milliarden

Kassen mit Rekord-Rücklagen

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Ein dickes Finanzpolster: Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr des Jahres 2018 einen Überschuss von rund 720 Millionen Euro erzielt. Damit haben die Finanzreserven der Kassen erstmals die Grenze von 20 Milliarden Euro überschritten, teilte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mit. Im Durchschnitt entspreche dies mehr als einer Monatsausgabe und damit mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Auch für das zweite Halbjahr rechnet das Ministerium mit einem satten Einnahmeüberschuss für die Kassen: Es spreche alles dafür, dass die GKV das Gesamtjahr 2018 mit einem deutlichen Überschuss abschließen werde.

Für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine problematische Entwicklung: Die Zahlen machten einmal mehr deutlich, „dass sich die gesetzliche Krankenversicherung immer mehr zur Kapitalsammelstelle entwickelt und Milliarden anhäuft“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Interessant sei auch, dass die Kassen laut Statistik extreme Steigerungen bei den Verwaltungskosten vornehmen. So habe es eine Steigerung um 6,5 Prozent gegeben, um die Altersrückstellungen für Kassenmitarbeiter zu bilden. „Krankenhäuser würden auch gerne für ihre Mitarbeiter, die die Versorgung von Patienten sicherstellen, solche Altersrückstellungen bilden können.“

Übrigens zeigt die Statistik, dass nicht alle Kassen gleichermaßen von den sprudelnden Beiträgen der Versicherten profitieren können: Während die AOKen im 1. Halbjahr einen Überschuss von rund 371 Millionen Euro verzeichneten, lag dieser bei den Ersatzkassen bei lediglich 151 Millionen Euro, bei den Betriebskrankenkassen (BKKen) bei 80 Millionen Euro und bei Innungskrankenkassen (IKKen) bei 40 Millionen Euro.


durchblick gesundheit • Ausgabe 62 • Oktober–Dezember 2018

Oct 23, 2018, 3:30:26 PM, Autor: na