Kurz gemeldet

Weniger Pillen mit höherem Risiko

© pixelfreund/Fotolia.com

Frauenärzte verschreiben jungen Frauen immer seltener Verhütungspillen, die ein erhöhtes Risiko von schweren Nebenwirkungen wie Thrombosen oder Embolien bergen. Das hat eine aktuelle Untersuchung der AOK ergeben.

Danach waren im Jahr 2015 noch 66 Prozent aller verordneten Verhütungspillen risikoreichere Präparate. Im vergangenen Jahr betrug dieser Anteil dann nur noch 55 Prozent, stellte das  Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) fest. Es wertete hierfür Verordnungsdaten aus. Das Ergebnis: Die risikoärmeren Pillen, deren Wirkung auf den Hormonen Levonorgestrel, Norethisteron und Norgestimat basiert, machten im Jahr 2007 nur einen Anteil von 31 Prozent an allen verordneten Pillen aus. Bis 2017 stieg der Anteil auf 45 Prozent. Zudem enthielten im vergangenen Jahr nur 7 Prozent aller verschriebenen Verhütungspillen die risikoreicheren Hormone Drospirenon, Desogestrel und Gestoden. 2007 waren es noch 33 Prozent.

Seit 2014 empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dass Ärzte insbesondere jungen Frauen unter 20 Jahren, die das erste Mal die Pille einnehmen, Präparate verordnen, bei denen das Thrombose- und Embolierisiko relativ gering ist. „Gerade bei jungen Erstanwenderinnen sollte man auf Arzneimittel setzen, zu deren Sicherheit Langzeitstudien vorhanden sind. Diese Botschaft kommt offenbar langsam, aber sicher in der Praxis an“, sagt die Ärztin Dr. Eike Eymers vom AOK-Bundesverband.


durchblick gesundheit • Ausgabe 62 • Oktober–Dezember 2018

23.10.2018 15:31:34, Autor: na