Fettreiche Ernährung

Genetischer Polymorphismus beeinflusst kardiovaskuläres Risiko

Eine fettreiche Ernährung lässt die Serumkonzentration des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE) in die Höhe schnellen und führt so zu einem Anstieg des Blutdrucks. Einige Menschen sind davon offenbar stärker betroffen als andere, wie Forscher vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam jetzt herausfanden: Die Träger einer bestimmten genetischen Variante reagierten auf die Aufnahme großer Mengen gesättigter Fettsäuren mit einem doppelt so starken Anstieg der ACE-Serumkonzentration wie andere Studienteilnehmer. Die Ergebnisse einer entsprechenden Erhebung erschienen kürzlich im „Journal oft he American Heart Association“.

Die Aufnahme großer Mengen gesättigter Fettsäuren beeinflusst bei manchen Menschen den Blutdruck stärker als bei anderen, fanden Wissenschaftler heraus.
© karepa, Fotolia.com
Das Team um Dr. Rita Schüler wählte dafür 46 gesunde, nicht-adipöse Zwillingspaare im Alter zwischen 18 und 70 Jahren aus, die sich jeweils im Körpergewicht um nicht mehr als drei Kilogramm unterschieden. Die Teilnehmer mussten zunächst eine sechswöchige fettarme Diät einhalten, um vor Beginn der Studie das Ernährungsverhalten zu standardisieren. Daran schloss sich eine sechswöchige Diät an, bei der die Probanden unter isokalorischen Bedingungen einen Großteil der Energie über gesättigte Fettsäuren aufnahmen.

Die Wissenschaftler erfassten nach der sechswöchigen fettarmen Ernährungsphase sowie nach einer beziehungsweise sechs Wochen der fettreichen Diät den Blutdruck der Teilnehmer, nahmen eine Blutprobe und führten eine Biopsie des subkutanen Fettgewebes durch. Dabei stellten sie einen Anstieg des zirkulierenden ACE um durchschnittlich 15 Prozent fest sowie eine verstärkte ACE-Genexpression im Fettgewebe. Träger einer homozygoten Variante des Gens ACE rs4343 (GG) wiesen jedoch deutlich höhere ACE-Werte auf als andere Probanden und reagierten zudem im Laufe der Untersuchung mit einem stärkeren Anstieg des systolischen Blutdrucks.

„Die ACE-rs4343-Genvariante könnte verknüpft sein mit einem gesteigerten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen“, schreiben Schüler und Kollegen. „Daher zeigt unsere Studie, dass ein nutrigenetischer Ansatz großes Potenzial bietet für personalisierte Ernährungsempfehlungen zur Prävention von Krankheiten.“

Jan 2, 2017, 9:04:45 AM, Autor: cm