Onkologie

Kopf-Hals-Tumoren durch chronische Sinusitis?

Eine chronische Sinusitis trägt vielleicht zur Entwicklung von Kopf-Hals-Tumoren bei. Dies berichten die US-Epidemiologen und -Onkologen Dr. Daniel C. Beachler sowie Dr. Eric A. Engels im Fachjournal „JAMA Otolaryngol Head Neck Surg“. Nach Angaben der Wissenschaftler vom National Cancer Institute in Bethesda, USA, ist jedoch der Einfluss einer chronischen Sinusitis auf die Tumor-Genese vermutlich eher mäßig ausgeprägt.

Patienten mit einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen haben im ersten Jahr nach der Sinusitis-Diagnose ein deutlich höheres Risiko, an einem Kopf-Hals-Tumor zu erkranken, als andere Menschen.
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Beachler und Engels führten auf der Grundlage von Versicherungsdaten eine Kohorten-Studie durch. Ausgewertet wurden Daten von rund 1,3 Millionen, mindestens 65 Jahre alten Patienten und Krebskranken, darunter 21.716 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren. Die statistische Analyse ergab einen Zusammenhang zwischen chronischer Sinusitis und Kopf-Hals-Tumoren. Zu diesen Malgnomen zählten die Forscher folgende drei Subtypen: Nasopharynx-Karzinome, Malignome des Oropharynx im Zusammenhang mit HPV sowie Karzinome der Nasen- und Nasenneben-Höhlen. 

Für alle Tumor-Subtypen betrug die relative Risiko-Erhöhung bei Vorliegen einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen 37 Prozent, wobei sich die Zunahme zumeist auf das erste Jahr nach der Sinusitis-Diagnose beschränkte. Danach habe das Risiko abgenommen, berichten Beachler und Engels. Und: Die kumulative Inzidenz für die drei Tumor-Subtypen habe acht Jahre nach der Sinusitis-Diagnose nur 0,07 Prozent betragen.

Feb 2, 2017, 7:56:56 AM, Autor: Dr. med. Thomas Kron