Zahnbehandlungen

Linke fordert Abschaffung der Zuzahlungen

Weite Wege, lange Wartezeiten und Angst vor der Behandlung: Viele Menschen verzichten auf einen notwendigen Besuch beim Zahnarzt. Das geht aus einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts zur Haushaltsbefragung „Leben in Europa“ hervor, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Eine wesentliche Rolle spiele zudem, dass Bürger für Zahnersatz immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Knapp die Hälfte (48,3 Prozent) der Befragten, die im Jahr 2014 einen erforderlichen Zahnarztbesuch ausließen, tat dies aus finanziellen Gründen.

Gesunde Zähne sollten kein Luxus sein, findet die Linkspartei.
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Wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann mitteilte, gaben private Haushalte 2005 für Zahnersatz (Material- und Laborkosten) rund 2,62 Milliarden Euro aus. 2010 seien es 3,02 Milliarden Euro gewesen und 2014 (aktuellste verfügbare Angabe) 3,14 Milliarden Euro, heißt es in der Antwort der Regierung.

Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, erklärt dazu: „Es ist skandalös, dass Menschen notwendige Behandlungen aus Angst vor hohen Kosten nicht durchführen lassen.“ Hohe Eigenanteile beim Zahnersatz sorgten auch dafür, dass einkommensschwache Menschen am Zustand ihrer Zähne erkennbar seien. „Für eines der reichsten Länder der Erde ist dies ein beschämender Zustand.“ Zimmermann forderte, dass Zuzahlungen „abgeschafft werden, auch im Bereich der Zahnmedizin“. Medizinisch notwendiger Zahnersatz in guter Qualität müsse kostenfrei sein.

Sep 1, 2017, 3:40:46 PM, Autor: dpa/cm