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Buch: Dick, doof und arm?

Bildquelle: Droemer Verlag
Die Deutschen werden immer dicker und damit kränker – und als Folge steigen die Gesundheitskosten: Stimmt das, was von Politikern gebetsmühlenartig wiederholt wird, wirklich? Das fragt der Soziologe Friedrich Schorb in seinem Buch mit dem provokanten Titel „Dick, doof und arm?“ Sein Ergebnis: Die Geschichte von der  „Übergewichts-Epidemie“ ist eine große Lüge.

Das fängt Schorb zufolge bereits bei der Definition von Übergewicht an: Die Grenzwerte seien willkürlich festgelegt, und das ohne wissenschaftliche Grundlage, kritisiert er. Und wird der „Body-Mass-Index“ (BMI) nur ein kleines bisschen verschoben, wie schon mehrfach geschehen, gelten dann gleich mal ein paar Millionen Menschen mehr als „Dicke“ – und sind damit Zielgruppe für teure Schlankheitsmittelchen der Pharmaindustrie.

Dass Übergewicht ein Risikofaktor ist, gilt als allgemein bekannt. Falsch, meint Schorb – zumindest, wenn es lediglich um ein paar Pfunde zu viel geht. Denn wer sich gesund ernährt, ausreichend bewegt und trotzdem noch einige wenige Kilo zu viel auf den Rippen habe, sei sogar gesünder und leistungsfähiger als jemand, der sehr dünn sei. Das gelte vor allem für Ältere. Lediglich bei massivem Übergewicht sei ein höheres Risiko für Krankheiten nachgewiesen.  

In seinem gut recherchierten und lesenswerten Buch erklärt Schorb, warum Politiker Interesse daran haben, Übergewicht zu dramatisieren – und welchen Anteil die  Pharmaindustrie an der „Fettlüge“ hat. Anstelle des staatlich verordneten Zwangs zum Dünnwerden plädiert er für einen entspannteren Umgang mit üppigen Körpern.  


Friedrich Schorb: Dick, doof und arm? Die große Lüge vom Übergewicht und wer von ihr profitiert. Droemer 2009, 16,95 Euro.


Do, 04.02.2010 13:07 / Kathrin Schneider / Januar – März 2010 Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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