 Bildquelle: KomPart Verlag |
Die Reformen nehmen kein Ende, das Gesundheitswesen wird immer komplizierter. Hier will das Lexikon der AOK helfen, das die Kasse bereits in der dritten Auflage herausgibt. Beide Autorinnen sind allerdings als Rechtsanwältin beziehungsweise Verwaltungs-Betriebswirtin lange in der Krankenkasse tätig gewesen und so schreiben sie auch. Die Artikel zu 450 Stichworten, die sie in dieser Zeit zusammengetragen haben, sind in einer trockenen Verwaltungssprache verfasst. In einem „Lexikon für Einsteiger und Insider“, als das es sich selbst bezeichnet, würde man sich etwas einfachere Sätze und mehr Beispiele wünschen.
Schlimmer wiegt jedoch, dass die Einträge gänzlich aus der Sicht der Kassen erklärt sind. Es ist ein Lexikon von einer Kasse für andere Kassenmitarbeiter. Unter „Disease-Management-Programme“ beispielsweise steht, dass eine „umfangreiche Dokumentation der Behandlung unter Berücksichtigung des Datenschutzes für die medizinische Qualitätssicherung“ sorge. Dass damit vor allem viele Kassenmitarbeiter beschäftigt werden, der Nutzen für Patienten aber durchaus fraglich ist, findet keine Erwähnung. Gleichermaßen profitieren von „Hausarztverträgen“ nach Ansicht der Kasse vor allem Ärzte und Patienten. Dabei häufen sich die Berichte, wonach die Zahl der Arztbesuche durch sie gar nicht zurückging, sondern nur die Kassen mehr Verwaltungsakten anlegten.
Stephanie Becker-Berke, Birgit Lautwein-Reinhard: Stichwort: Gesundheitswesen. Ein Lexikon für Einsteiger und Insider, KomPart Verlag 2007. 12,80 Euro.
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