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| Buch: Verlorene Patienten |
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 Bildquelle: Primus Verlag | Der medizinische Fortschritt ist enorm und rettet vielen Menschen das Leben. Doch er hat auch seine Schattenseiten. So verliert die moderne Medizin zunehmend den Patienten, den Menschen aus dem Blick. Diese These stellt Karlheinz Engelhardt in seinem Buch „Verlorene Patienten? Für mehr Menschlichkeit in der Medizin“ auf.
Medizin im Hightech-Zeitalter sei „vor allem auf Krankheiten und ihre Mechanismen, aber weniger auf den Patienten fokussiert“, kritisiert der Autor und fordert ein Umdenken in der Medizin, damit wieder der Mensch im Mittelpunkt steht.
Mit scharfem Blick analysiert Engelhardt die Rahmenbedingungen im deutschen Gesundheitssystem. Als Allgemeininternist und langjähriger Leiter einer Lehrklinik in Kiel kann er dabei auf zahlreiche Beispiele aus der Praxis zurückgreifen. Die Abrechnungsmodelle der Krankenkassen nimmt der Autor genauso unter die Lupe wie den Einfluss von Pharmaindustrie und Geräteherstellern oder auch den zunehmenden Bürokratiewahn, unter dem Ärzte heute leiden.
Engelhardt richtet sich mit seinem Buch sowohl an Ärzte als auch an Patienten. Für Letztere erweist sich die Lektüre durchaus als eine Art Wegweiser durch das Gesundheitssystem. Ist die Computertomografie wirklich notwendig für mich? Brauche ich die Hormontherapie unbedingt? Der Autor ermutigt seine Leser, kritisch nachzufragen, und hilft ihnen, im Falle einer Krankheit besser über sich selbst bestimmen und mitentscheiden zu können.
Die Ärzte sieht Engelhardt in der Verantwortung, an einer patientenorientierten Medizin mitzuarbeiten. Dazu gehöre vor allem, sich eingehend mit dem Patienten zu beschäftigen, betont der Medizinprofessor: „Patient-zentrierte Ärzte hören genau zu, unterstützen die Kranken auch emotional und geben Hoffnung.“
Karlheinz Engelhardt: Verlorene Patienten? Für mehr Menschlichkeit in der Medizin. Primus Verlag 2011, 19,90 Euro.
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