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| Wechselwirkungen von Arznei- und Lebensmitteln - „ ... und fragen Sie Ihren Koch oder Apotheker ...“ |
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Über 300 Arzneistoffe reagieren mit bestimmten Lebensmitteln, weiß der Deutsche Apothekerverband. Bei solchen Paarungen drohen verschiedene Reaktionen: In manchen Fällen wirkt das Medikament stärker als sonst und die Patienten vertragen es dadurch schlechter. Bei anderen Kombinationen hingegen hemmen Lebensmittelbestandteile die Arzneistoffe derart, dass sie ihre Wirkung nicht voll entfalten und Ihnen dadurch nicht mehr richtig helfen können. Oder aber es treten plötzlich ganz andere Beschwerden auf, beispielsweise Hautausschläge oder Kreislaufprobleme.
Besonders bedenklich ist die Kombinationen von Arznei und Alkohol. Schon geringe Mengen Alkohol können unkalkulierbare Wechselwirkungen mit Medikamenten hervorrufen. Promillehaltige Drinks verhindern, dass der Körper manche Arzneimittel ordnungsgemäß abbauen kann. Dadurch kreist das Medikament länger durch den Organismus und wirkt auch stärker. Besonders gefährlich: Schlaf- und Beruhigungsmittel. Daher gilt als Vorsichtsmaßnahme: Finger weg von alkoholischen Getränken bei jeder medikamentösen Therapie.
Fast genauso reaktionsstark zeigt sich die Grapefruit, die die Leber beim Medikamentenabbau ähnlich behindert wie Hochprozentiges. Die eigentlich so gesunde Zitrusfrucht und daraus hergestellter Saft steigern die Wirkung (und auch Nebenwirkungen!) mancher Medikamente um rund 30 Prozent!
Bitte verzichten Sie unbedingt auf die exotische Frucht (als Obst und Saft), wenn Sie folgende Medikamente einnehmen: Calciumantagonisten (z. B. gegen Bluthochdruck), Antiallergika (H1-Rezeptorantagonisten), Lipidsenker (Statine) gegen hohe Cholesterinwerte oder Schlafmittel. Auch Koffein, bestimmte Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen oder HIV und manche Schmerzmittel vertragen sich nicht mit der bittersüßen Vitaminbombe.
Auch sonst so gesunde Lebensmittel wie Milch, Käse, Quark & Co können eine negative Wirkung haben – wenn Sie Antibiotika einnehmen müssen. Der Grund: Das Kalzium aus Milchprodukten geht mit manchen Antibiotika (z. B. Doxycyclin oder Ciprofloxacin) eine feste Verbindung ein, die der Körper nicht aufnehmen kann, der Bakterienkiller verfehlt seine Wirkung. Gleiches gilt auch für manche Mittel gegen Osteoporose.
Selbst das kerngesunde Müsli hat es in sich. Wer ohne großen Zeitabstand ballaststoffreiche Lebensmittel (Getreide, Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte) und Schmerzmittel zu sich nimmt, darf sich nicht wundern, wenn die Schmerzen nur sehr langsam schwinden. Ballaststoffe bringen zwar einerseits den Darm in Schwung, verhindern aber andererseits, dass der Dünndarm bestimmte Arzneistoffe schnell aufnehmen kann. Vor allem Schmerzmittel, manche Antibiotika und Schilddrüsenhormone fallen diesem Mechanismus zum Opfer.
Vorsichtig müssen Wein- und Käseliebhaber sein, die bestimmte Medikamente gegen Depressionen (sogenannte MAO-Hemmer) einnehmen. Diese Präparate vertragen sich überhaupt nicht mit manchen eiweißhaltigen Lebensmitteln, die als Baustein die Aminosäure Tyramin enthalten. Tyramin erhöht den Blutdruck. Normalerweise ist das kein Problem, denn der Körper baut den Stoff zügig ab – vorausgesetzt, er wird nicht durch MAO-Hemmer daran gehindert. Patienten, die derartige Medikamente einnehmen, müssen daher unbedingt eine Diät einhalten. Falls Sie unsicher sind: Adressen für eine Ernährungsberatung erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.
Selbst die geliebte Tasse Kaffee oder Tee am Morgen kann in Verbindung mit Medikamenten Probleme bereiten. Die darin enthaltenen Gerbstoffe dichten die Schleimhäute ab und verhindern so, dass Arzneisubstanzen vom Darm aus schnell in die Blutbahn gelangen.Sprechen Sie daher unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker auf das Thema an, wenn Sie Medikamente einnehmen. Experten können in speziellen Datenbanken mögliche Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln nachschlagen.
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| Achtung Wechselwirkungen |
Alkohol
Antidepressiva, Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Antiepileptika, Neuroleptika (Mittel gegen psychiatrische/neurologische Erkrankungen), Antidiabetika, Schmerzmittel, Antihypertonika (Mittel gegen Bluthochdruck), Diuretika, Metoclopramid (Magenpräparat), Koffein
Hinweis: Sicherheitshalber bei jeder medikamentösen Therapie auf Alkohol verzichten (Beipackzettel beachten)
Aminosäure Tyramin (z.B. in Käse, Rotwein, Salzhering)
Nichtselektive MAO-Hemmer (Antidepressiva), z. T. lebensbedrohliche Wechselwirkungen!
Hinweis: Beipackzettel beachten (substanzabhängige Wechselwirkungen), evtl. Diätberatung
Ballaststoffe
Schmerzmittel, Penicillin, Trimethoprim (Mittel gegen Harnwegsinfekte), Levothyroxin (Schilddrüsenpräparate), Antidepressiva (z. B. Doxepin)
Hinweis: 2 Stunden zeitlicher Abstand zur Medikamenteneinnahme
Gerbstoffe (z. B. in Tee, Rotwein, Kaffee und gerbstoffhaltigen Pflanzenpräparaten)
Digitalis (Herzpräparat), Neuroleptika, Eisenpräparate, Theophyllin (Asthmamittel)
Hinweis: Während der Therapie Gerbstoffe meiden
Grapefruit (Frucht und Saft)
Calciumantagonisten (z. B. Nifedipin, Felodipin, Nisoldipin, Nitrendipin), Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron, Chinidin), Schlafmittel (z. B. Midazolam, Triazolam), Antiallergika (H1-Rezeptorantagonisten wie z. B. Terfenadin), Lipidsenker vom Statintyp (z. B. Lovastatin, Simvastatin, Atorvastatin), Koffein, Saquinavir (Protease-Inhibitor/HIV-Medikament), Ciclosporin, Schmerzmittel (z. B. Tramadol, Fentanyl)
Hinweis: Während der Therapie auf Grapefruits und Grapefruitsaft verzichten und auf Orangen und Orangensaft ausweichen
Koffein (Kaffee, Cola, schwarzer und grüner Tee)
Eisenpräparate, Antibiotika (Gyrasehemmer), Schmerzmittel, Barbiturate, Schlafmittel, Diabetesmedikamente, homöopathische Mittel
Hinweis: Während der Therapie koffeinhaltige Getränke (Cola, Kaffee, Tee) meiden
Milchprodukte
Tetracykline (z. B. Doxycyclin), Bisphosphonate (Osteoporosemittel), Gyrasehemmer (z. B. Ciprofloxacin, Norfloxacin)
Hinweis: 2 Stunden zeitlicher Abstand zur Medikamenteneinnahme
Zitrate (z. B. in Saft, Limonaden und Brausetabletten)
Medikamente mit Aluminiumsalzen (z. B. Antazida bei Magenbeschwerden)
Hinweis: Während der Therapie Zitrate meiden
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