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„durchblick“-Weblogs: Ärzte, Patienten und Kassenmitarbeiter online

Probleme der Patienten – Kassenangestellte
Irgendwie kann die Zukunft traurig stimmen. Die Ärzte sollen künftig mehr Zeit für ihre Patienten haben? Wohl kaum! Wahltarife und Ähnliches mit völlig unterschiedlichen (vielleicht manchmal ähnlichen) Inhalten nun auch bei den gesetzlichen Kassen. Ob der Patient beim Arztbesuch jedes Mal Kenntnis von seinem Tarif hat? Oder wird es etwa auf dem Chip gespeichert? Zumindest scheint das gesundheitliche Problem, das eigentlich Ursache für den Arztbesuch ist, demnächst nicht mehr im Vordergrund zu stehen. Frustrierend ist das alles! Die Fähigkeit und das Wissen zu haben, anderen Menschen helfen zu können, ist doch eigentlich schön. Die Freude daran wird sicherlich verdrängt, wenn man die „Pferdefüße“ im Hinterkopf haben muss. Der Patient, der mitdenkt, wird wahrscheinlich nicht mehr ohne Fragezeichen im Kopf den Arzt beziehungsweise die Ärztin aufsuchen und selbst für Kassenmitarbeiter wird es chaotisch werden. Von Vereinfachung keine Spur. Wir wussten es vorher und konnten es dennoch nicht beeinflussen! Kommt mir bekannt vor!

Probleme der Patienten – Arzt
„Zumindest scheint das gesundheitliche Problem, das eigentlich Ursache für den Arztbesuch ist, demnächst nicht mehr im Vordergrund zu stehen.“

Das gesundheitliche Problem des Patienten steht für mich schon lange nicht mehr im Vordergrund. Fachlich bin ich nach zwölf Ausbildungsjahren und zehn Jahren Niederlassung sowieso auf der Höhe der Zeit. Aus betriebswirtschaftlichen Zwängen, um das eigene Überleben als niedergelassener Arzt und die Versorgung meiner Familie zu sichern, muss ich Patienten einteilen in 1. bringt mir Geld, 2. bringt mir kein Geld, 3. könnte mir eventuell Geld bringen, 4. bin fachlich überfordert und schreibe eine Überweisung.

Überweisungen werden in diesem System zur Hälfte dazu benutzt, sich finanzieller Probleme zu entledigen oder sich anderen Ärger vom Hals zu halten. Fehlsteuerungen durch das Sachleistungssystem durch korrupte Verhaltensweisen aller Beteiligten – systemimmanent. Das Sachleistungssystem und damit verbunden die Budgetierung sind das Übel aller Dinge!

Kostenerstattung – Kassenangestellte
Die Versicherten könnten auch heute schon das Kostenerstattungsprinzip wählen, aber es macht niemand. In dieser Gesellschaft ist doch kaum jemand so „reich“, dass er seine Behandlungskosten zunächst verauslagt und sich dann den Kassenanteil erstatten lässt. Viele Versicherte, die wählen können, ob sie sich privat oder gesetzlich versichern, also sich per Rechnung oder per KV-Karte behandeln lassen, ziehen letztendlich die einfachere Variante vor. Der Anteil an Privatpatienten ist doch sicher in den meisten Regionen verschwindend gering, oder sehe ich das falsch? Nun müssen wir sowieso erst mal schauen, was uns die Reform mit Gesundheitsfonds etc. bringt, wie sich eventuell unterschiedliche Tarife bei den gesetzlichen Kassen gestalten.

Do, 21.06.2007 16:27 / na / Mai 07 Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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