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| „durchblick“-Weblogs: Ärzte, Patienten und Kassenmitarbeiter online |
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Die Gesundheitsreform passt vielen nicht – selbst Kassenmitarbeiter melden sich mittlerweile im Diskussionsforum von „durchblick gesundheit“ zu Wort. Wir haben hier einige Auszüge für Sie zusammengestellt – mehr finden Sie in unseren Weblogs.
Eine Kassenangestellte schreibt:
„Seit 13 Jahren bin ich Angestellte einer Krankenkasse und bin dankbar für diesen Job. Es ist hier schließlich nicht mehr selbstverständlich,
dass man Arbeit hat. In vielen Bereichen, angefangen bei der Sachbearbeitung bis hin zur Kundenberatung in einer 1-Mann bzw. 1-Frau-Geschäftsstelle, war ich bisher tätig.
In der Funktion als Kundenberaterin fallen mir die negativen Seiten der bisher auch schon erfolgten Reformen ganz besonders auf. Es ist ein ziemlicher Balanceakt, auf der einen Seite das Elend der Versicherten zu erleben und zu verstehen und auf der anderen Seite die Interessen des Arbeitgebers zu vertreten. Wenn man einen gesunden Menschenverstand hat, ist man sich innerlich absolut sicher, dass die Entscheidungen bisher immer zu Lasten des kleinen Mannes ausgefallen sind.
Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit ab dem 1.1.04 erinnern, als die ambulanten Fahrten aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen wurden bzw. die Versicherten einen Mindestsatz an Medikamentenzuzahlungen selbst bei ALG-II-Bezug verauslagen mussten. Es war furchtbar!!! Vor Taxifahrern bin ich in Tränen ausgebrochen, weil ich die Transportscheine für Krebspatienten zur Chemo- oder Strahlentherapie nicht mehr genehmigen
durfte. Hier ist es, dem Himmel sei gedankt, zu einer Lockerung gekommen.
Oft habe ich den Satz von schwerkranken Versicherten gehört: „Ich habe das Geld nicht für die Zuzahlung des Medikamentes.“ Es war aber medizinisch dringend erforderlich, z.B. für Diabetiker, Blutdruckpatienten etc. Erschreckend! Manchmal war man drauf und dran, es dem Versicherten zu leihen. So kann es doch nicht funktionieren. Kürzlich bekam ich von meinem Orthopäden diese Zeitschrift und konnte mir auch hier noch einen tieferen Einblick über das Abrechnungssystem verschaffen.“ (...)
Ein Patient fragt:
Mein Arzt hat mir von einem Gesetz erzählt und dass er mir dann nicht mehr alles aufschreiben darf. Stimmt das? So richtig verstanden habe ich das nicht, ging zu schnell.
Ein Arzt antwortet:
Ihr Arzt hat ein Medikamentenbudget, welches ihm auch keine andere Handlungsweise erlaubt. Ein Orthopäde hat ein Budget für einen Patienten von zehn Euro im QUARTAL! Bedeutet, dass er mindestens neun Patienten im Quartal betreuen muss, welche kein Medikament bekommen, wenn das Präparat für Sie 100 Euro gekostet hätte.
Überschreitet er dieses Gesamtbudget von 10 Euro/Patient im Quartal für alle Patienten zusammengerechnet, bekommt er einen sogenannten Regress an den Hals. Das heißt nichts anderes, als dass ihm unterstellt wird, er verordne zu viel und zu teuer. Falls er das nichtwiderlegen kann (sehr schwierig, da bürokratisch und nicht medizinisch denkende Prüfer), darf er die Differenz aus eigener Tasche an die Kassen zurückzahlen. Leidtragende sind Sie, da er nun kaum noch etwas verordnen wird. Das nennt man dann Malus im Gesetz.
Im o. g. Gesetz ist aber noch eine weitere Finte eingeplant. Verordnet er normal oder nur minimal zu viel, bekommt er wahrscheinlich keine Probleme. Verordnet er aber z.B. 10 Prozent unter dem Budget, das heißt, er spart wie Teufel (an Ihnen), bekommt er von den Kassen einen Bonus; weil er ja so sparsam war. Toll nicht?“
„Das alles zum Wohl der Patienten ... oh Mann!“
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