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| Initiative "Patient informiert sich" macht Druck - 565.000 Unterschriften für den freien Arzt |
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 Bildquelle: Renate Hartwig | 565.000 Unterschriften in nur zwei Wochen landeten unter dem Aufruf der Initiative zum Erhalt des freien, niedergelassenen Arztes. Dort fordert die Publizistin Renate Hartwig unter anderem: „Wir wollen unseren Hausarzt als freien niedergelassenen Arzt behalten. Wir Patienten wollen nicht in anonymen Versorgungszentren behandelt werden, die in Händen gewinnorientierter, meist sogar börsennotierter Unternehmen sind.
Wir Beitragszahler sind wütend: Wir wollen nicht, dass unsere Kassen Geld ausgeben, um börsennotierte Unternehmen zu füttern, wie es die DAK in Bayern macht. Wir Patienten wollen keinen Börsengang, sondern wir wollen unseren Arzt behalten! Wir wollen nicht, dass unsere Ärzte in Bürokratie und Arbeit ersticken und für unsere Behandlung einen Hungerlohn bekommen! Wir wollen wissen, was in den Kassen mit unseren Beitragsgeldern passiert und wo sie bleiben! Wir Patienten bestätigen mit unserer Unterschrift die Solidarität mit unserem Hausarzt!“
Die Initiatorin ist selbst vom Erfolg ihres Aufrufes völlig überwältigt: „Das ist der absolute Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, was in nur zwei Wochen hier passiert ist. Und dazu muss man wissen, dass nur vielleicht die Hälfte der Unterschriften bei Ärzten in der Praxis zusammengekommen ist. Die andere Hälfte haben die Versicherten und Patienten selbst eingesammelt: Die Unterschriftenlisten lagen beim Bäcker, beim Metzger und im Friseurgeschäft. In kleinen Städten standen die Leute samstags auf dem Markt und in der Fußgängerzone.“
Unterstützt wurde die kämpferische Neu-Ulmerin von engagierten Patientengruppen aus den Landkreisen Schwaben und Ostallgäu. „Hausärzte ja, Callcenter nein!“, „Kassenbeiträge für die Börse? Nicht mit uns!“, „Patienten sind keine Ware!“, lautet deren Credo.
Nach Hartwigs Aussage ist diese Unterschriftenaktion allerdings erst der Anfang: „Die Unterschriftensammlung ist nur der Beginn einer Kampagne mit dem Ziel, die gesellschaftliche Debatte über die Zukunft unseres Gesundheitssystems loszutreten“, betonte Hartwig kämpferisch. Allein in Bobingen bei Augsburg habe jeder fünfte Einwohner die Listen unterschrieben. Die Unterschriftenaktion geht weiter.
Renate Hartwig kündigte darüber hinaus weitere Aktionen wie Protestkundgebungen an. „Wir planen für den Sommer große Veranstaltungen und Demonstrationen mit Patienten in allen bayerischen Städten“, berichtet sie. „Schon heute haben wir dafür so viele verbindliche Anmeldungen und Zusagen, dass es in ganz Bayern keine Halle mehr gibt, in die diese Menschenmassen noch hineinpassen würden.
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