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Patienteninitiative - Renate Hartwig: Ich frage mich, warum ....

Dabei haben wir alles Recht dieser Welt, endlich sinnvolle Antworten beispielsweise darauf zu bekommen, wie es sein kann, dass wir alle Unsummen für unsere Krankenversicherung ausgeben und dafür nur noch Sparmedizin erhalten. Wir fragen nicht mehr nach, wie das denn angehen kann, dass wir einen Riesentopf von 140 Milliarden Euro jährlich mit unserem Geld füllen. Und wir fragen nicht, was die Kassen damit machen.

Ich will das ändern. Wir dürfen nicht mehr träge die Tagesschau wegzappen, wenn mal wieder einer der sogenannten Gesundheitspolitiker erklärt, alles sei gut – und wir als Patienten wissen doch, dass er schlicht lügt.

Die ab und zu aufblitzenden Fragen in unserem Kopf verdrängen wir – und damit auch die Möglichkeit, auf Wozu, Weshalb und Warum Antworten zu bekommen. Wir haben resigniert vor der Macht der dösig machenden Politiker.

Ich möchte erreichen, dass die Fragen Wozu, Weshalb und Warum wieder auferstehen. Sie sollen für so manchen Politiker zu den gefürchtetsten und für uns Bürger und Bürgerinnen zu den wichtigsten Worten für das neue Jahr werden.

Die Gesundheitspolitik eignet sich dafür hervorragend. Denn genau hier läuft etwas verdammt schief. Wieso werde ich durch die Gesundheitsreform als Patient zum Fall, der möglichst schnell zu bearbeiten ist?

Wieso wird der Arzt dazu verdonnert, uns wie eine Akte auf dem Behördenschreibtisch zu behandeln, abzuhaken – und weg damit in den Ausgangskorb?

Wieso wird unsere Behandlung als Kranke nach einer Fallpauschale vergütet? Wie krank ist allein das Wort „Fallpauschale?“ Ich bin Mensch, Patient – und kein „Fall“. Und „pauschal“ bin ich schon gar nicht!

Wieso haben wir allein wegen dieser verräterischen Wortwahl – Fallpauschale – nicht schon längst den verantwortlichen Gesundheitspolitikern über unsere Wahlkreuzchen das Stoppschild gezeigt!?

Der Mensch ist nicht wie eine Maschine zu reparieren. Menschliche Bedürfnisse lassen sich nicht über eine Pauschale berechnen.

Ärzte und Pflegekräfte fragen längst, WOZU das alles und wehren sich gegen die industriemäßige Abfertigung von uns Patienten. Freie, niedergelassene Ärzte begehren auf und verteidigen den Berufsstand des „Freien Arztes“ – übrigens für uns Patienten mit! Denn ohne freien Arzt gibt es keinen freien Patienten! Sie rennen gegen eine Wand aus Kontrollwahn, Ausbeutung und Bürokratismus. Die Antwort auf ihre Fragen bekommen sie durch ihren täglichen Tagesablauf in der Praxis. Durch gesetzliche Bestimmungen wird medizinische Behandlung immer mehr zum Fließbandprozess. Wenn wir nicht aufpassen und nicht hinterfragen, wohin diese Reform führt, werden wir demnächst Verhältnisse haben, in denen jede Abweichung von der vorgegebenen Norm als Ausschuss behandelt wird.

Die Fragen Wozu, Weshalb und Warum werden uns jeden Monat an dieser Stelle aufs Neue begleiten und uns zusammen die Antworten finden lassen.

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Di, 19.08.2008 11:06 / Renate Hartwig / Januar 2008 Druckversion Mail Zurück Weiter

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