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Marodes Gesundheitswesen - Es ist Zeit für uns Patienten, endlich aufzuwachen

Mein Schlüsselerlebnis: Ich saß bei meinem Hausarzt, der während der Behandlung kurz raus ans Telefon gerufen wurde. Ein wenig neugierig guckte ich auf den Bildschirm seines Computers. Dort erschien auf einmal ein Blinken: „Die Behandlungszeit für diesen Patienten ist abgelaufen.“ Ich verstand die Welt nicht mehr. Was war das nur für ein System? Ich musste mehr wissen, mich als Patient informieren, was da wohl dahintersteckte.

Die Gespräche mit niedergelassenen Ärzten bestärkten meinen Eindruck: Das von uns allen finanzierte Gesundheitssystem ist menschenverachtend, verlogen und hat Strukturen, die mich an mafiöse Seilschaften erinnern.

Schuld ist ein fataler Schulterschluss zwischen der Politik, den Kassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Wir Patienten zahlen unsere teils horrenden Zwangsbeiträge an die Krankenkassen, bekommen dafür immer weniger. Weshalb füllen wir eigentlich einen solch gigantischen Geldtopf von jährlich 140 Milliarden Euro – und die Kassen geben davon nur 15 Prozent in die ambulante Versorgung, also an die Ärzte, die wir als Patienten täglich brauchen? Was machen die Kassen eigentlich mit dem Rest?

Der Ausverkauf des freien Arztberufes hat längst begonnen. Wenn Sie jetzt meinen, das hätte nichts mit uns Patienten zu tun, dann irren Sie! Denn damit hat auch der Ausverkauf von uns Patienten begonnen. Die merkwürdigsten Investoren, auch Heuschrecken genannt, lauern bereits am Trog, um uns zu vermarkten. Deren Eintrittsticket für die feindliche Übernahme unseres Gesundheitswesens ist die ominöse elektronische Gesundheitskarte!

Bei der elektronischen Gesundheitskarte geht es nicht darum, etwas für uns Patienten zu verbessern. Es geht nicht um uns. Es geht um unsere Daten, mit denen sich trefflich Geschäfte machen lassen. Aufwachen ist angesagt – geschlafen haben wir alle lang genug! Sonst wäre die heutige Situation nicht möglich.

Im Alltag erwartet uns als uninformierter Patient ein riesiges Missverständnis und Frust nach einem Arztbesuch. Wer hätte nicht schon gedacht: „Mein Arzt ist oberflächlich und nimmt sich keine Zeit für mich.“ Wer weiß denn schon, unter welchem Druck dieser steht und dass er selbst kreuzunglücklich über die Situation ist? Wer kennt von uns Patienten denn schon die wahren Hintergründe? Wer hätte nicht schon gedacht: „Er gibt mir laufend andere Medikamente, damit er mehr verdient?“ Alles Unsinn. Aber ich sage: Wir als Patienten sollen das so denken. Der Vertrauensbruch zwischen Arzt und Patient ist politisch gewollt. Wir werden manipuliert durch die gezielte Öffentlichkeitsarbeit von Politik und Kassen, die den Schwarzen Peter dem Arzt zuschiebt. Das Ganze hat nur ein Ziel: Politik und Kassen wollen verhindern, dass wir als Patienten die wahre Situation erkennen und uns mit unseren Ärzten solidarisieren. Denn davor haben sie Angst.


Als ich anfing, die wahren Hintergründe zu recherchieren, habe ich in einen tiefen Abgrund geschaut: Ärzte, die trotz Überbürokratisierung, Überarbeitung und Existenzängsten immer noch tapfer versuchen, ihren Beruf gut zu machen und am Ende dafür nicht nur unterbezahlt sind, sondern sogar über eine völlig diffuse Regresshandhabung bestraft werden.

Patienten, die verunsichert sind und hilflos durch Uninformiertheit, werden zu Anklägern gegenüber den Ärzten – ohne zu bemerken, dass beide, Arzt und Patient, in einem Boot sitzen.

Wie kann es angehen, dass eine Krankenkasse einer Augenpatientin die Bezahlung eines Medikamentes verweigert, das sie vor der sicheren Erblindung schützen würde? Gleichzeitig bietet dieselbe Kasse ihren Mitgliedern Wellness­programme an. Als Werbemaßnahme, finanziert von unseren Beiträgen, die doch nur dafür da sind, uns eine möglichst optimale Therapie zu sichern, wenn wir denn wirklich krank werden.

Warum fragen wir uns nicht, warum der Arzt immer weniger Zeit für uns hat und gezwungen wird, uns Patienten wie ein Akkordarbeiter am Fließband abzufertigen? Wer meint wirklich, es gäbe einen Arzt, der dies freiwillig täte? Ein jeder Arzt hat über Jahre studiert, wurde mehrfach geprüft, bekam als niedergelassener Arzt eine Zulassung. Er hat die Verantwortung übernommen, täglich Entscheidungen für Dutzende von Menschen zu treffen, manchmal geht es dabei um Leben und Tod.
Weshalb bekommt dann aber der Handwerker, wenn er eine Waschmaschine repariert, 75 Euro und mein Arzt für einen Hausbesuch zwischen 3 und 16 Euro? Ich empfinde die Unterbezahlung meines Arztes durch die Kassen als generellen Angriff auf mich als Patient! Die Dienstleistung für den Erhalt meiner Gesundheit ist mehr wert als die Reparatur einer Waschmaschine!

Diese Kernfrage – wohin führt uns dieses Gesundheitssystem – ist für unsere Initiative entscheidend. Mein Ziel: Ich will mit meiner Initiative den gezielten Falschinformationen von Politik, Kassen und auch der KVen entgegentreten. Ich will offenlegen, wer wirklich verantwortlich ist für immer höhere Kosten bei gleichzeitig abnehmenden Leistungen. Ich will endlich jedem Bürger und Patienten erklären, welche Rolle im bundesweiten Gesundheitskrimi die Politiker spielen, im Konzert mit den Kassen und Kassenärztlichen Vereinigungen.

Wir sind freie Patienten und wollen für uns freie Ärzte – wir wollen weder amerikanische Verhältnisse noch eine durch Investoren und Industrie gesteuerte Staatsmedizin. Ich werde dafür sorgen, dass informierte Patienten zum Wählen gehen, denn Wahltag heißt ab sofort in jedem Bundesland auch Zahltag!


Zur Person: Renate Hartwig

Eine Frau mischt sich ein: Renate Hartwig ist in Deutschland keine Unbekannte. Heiße Eisen wecken ihre Neugierde. Das Thema Scientology hat sie auf die Tagesordnung von Politik und Gesellschaft gesetzt und holte es aus der Nische der Experten.

Sie konfrontierte die Leser ihrer Bestseller (z.B. „Scientology – ich klage an“) mit unbequemen Wahrheiten und ließ sich nicht durch Rufmordkampagnen und Drohungen von ihrer publizistischen Arbeit abbringen. Wer mehr über ihre Standfestigkeit wissen will, muss nur in ihr Buch „Die Schattenspieler“ sehen. Ihre Devise: „Einmischen ist Bürgerpflicht.“

Ihr neues Thema: unser Gesundheitssystem. Dazu sagt sie: „Ich war sechs Jahre Dozentin im Bundeswirtschaftsministerium zum Thema Unternehmenssicherheit. Diese Zeit hat meinen Blick für mafiöse Strukturen enorm geschärft. Und auf genau solche Strukturen bin ich wieder gestoßen, als ich anfing, mich mit dem Gesundheitswesen zu beschäftigen.“

Sie sagt heute: „Unser Gesundheitswesen hat in mir Déjà-vu-Erlebnisse geweckt. Auch hier werden Menschen manipuliert und in Abhängigkeit gehalten. Und es geht nicht nur ‚die Ärzte‘ an, sondern uns Patienten, und das sind wir alle! Deshalb ist es Zeit für mich, aktiv zu werden.“

Wer mehr über die Initiative wissen möchte, findet im Internet mehr: www.patient-informiert-sich.de Unser nächstes Ziel ist es, regionale Informationstreffen ab-zuhalten. Wenn Sie an einem solchen Treffen Interesse haben, senden Sie bitte eine E-Mail an: r.hartwig@t-online.de

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Mo, 18.08.2008 16:21 / Renate Hartwig / Dezember 2007 Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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