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Mediziner erklären die Tücken der Reform: Ein Flugblatt macht Karriere

Engagierte Ärzte aus Klinik und Praxis erklärten den Bürgern am 4. Dezember, welche Folgen die geplante Gesundheitsreform für die medizinische Versorgung in Deutschland hat - und warum sie dagegen protestieren. Tausende von Info-Zetteln verteilten sie in den Fußgängerzonen und vor den Praxen. Einen bestimmten Text legten sie den interessierten Passanten besonders häufig ans Herz. "durchblick" dokumentiert diese Patienten-Information im Folgenden.

Man will verhindern, dass Sie zu Ihrem Arzt gehen können

Die wohnortnahe Versorgung mit Haus- und Fachärzten wird beendet werden. Sie als Patient sollen künftig in anonymen medizinischen Großeinrichtungen massenhaft abgefertigt werden, ohne individuelle Zuwendung und mit wechselnden Ärzten. Sie werden weite Anfahrtswege und monatelange Wartezeiten auf Untersuchungen bei Fachärzten als Dauerzustand erleben. Die Ärzte werden von den Berliner Sparbürokraten ferngesteuerte Marionetten sein, die an Ihnen eine Einheitsversorgung nach "Schema F" ausführen, ohne eigenen Entscheidungsspielraum. "Ihren Arzt" wird es nicht mehr geben. Der Arzt wird, wie Sie als Patient und Bürger auch, nur noch Spielball und Opfer staatlicher Fremdbestimmung.

Man will nicht, dass Sie sich Ihren Arzt aussuchen dürfen.

Die freie Arztwahl wird ausgehöhlt. Die Politik will erreichen, dass etwa 30-40% aller Arztpraxen verschwinden. Da man die bestehenden Praxen nicht einfach "verbieten" kann, hat man einen Trick erfunden: Die Politik will, dass wenige übermächtige Kassenmonopole künftig die einzelne Arztpraxis in Einzelverträgen erpressen können, um Billigstpreise durchzusetzen. Für die Krankenkassen gilt nicht das Wettbewerbsrecht, das solche Monopole sonst verbietet. Damit wird der Arzt ruiniert, der nicht nach der Pfeife der Kassen tanzt. Das wird als "Einkaufsmodell" zur "Wettbewerbsverbesserung" getarnt. Der entscheidende Wettbewerb aber, nämlich Ihre Möglichkeit, sich den Arzt Ihres Vertrauens selbst aussuchen zu dürfen, wird abgeschafft. Sie haben künftig gefälligst den Arzt zu nehmen, den die Kasse Ihnen vorschreibt.

Sie und Ihr Arzt werden bevormundet und entmündigt. Sie sollen bei Ihrer Behandlung nicht mehr mitreden oder wählen dürfen

Der Staat erzwingt eine von Bürokraten diktierte Einheitsversorgung. Ärztliche Behandlungsweisen werden künftig vom Berliner Schmidt-Ministerium aus zentral festgelegt. Dies betrifft die Behandlung mit Medikamenten, Operationen, Diagnoseabläufe und schließt staatlich diktierte Preise ein. Dies ist nötig, um die ideologisch motivierte "Einheitsversorgung" gegen Rat und Vernunft aller Beteiligten erzwingen zu können. Die Ärzte haben in diesem System dann nur noch dieWahl, sich den zentralstaatlichen Vorgaben wider besseres Wissen zu beugen oder ihren Beruf an den Nagel zu hängen. Dies grenzt an Nötigung. Wir Ärzte können diese Zerstörung unseres Berufsbildes nicht hinnehmen. Deswegen protestieren wir. Für Ihre und unsere elementaren Rechte.

Man will Ihre Krankengeschichte lückenlos zentral überwachen und verwalten - um besser rationieren zu können

Milliarden werden in Bürokratie verschwendet. Statt das Geld in die Versorgung zu stecken, werden durch die Fernsteuerung aus Berlin, die ohne jede Sachkunde zu Werke geht und die Vernunft "vor Ort" ersetzen soll, Unsummen für Bürokratie, Steuerung, staatliche Gängelung, Berichtszwänge usw. verschleudert. Demnächst sollen Milliarden Euro für eine "elektronische Gesundheitskarte" aus Ihren Beiträgen an die Industrie weitergeleitet werden, nur damit Ihre Diagnosen, Krankheitsdaten, Arztbesuche, Medikamente usw. für die Kontrollbürokraten der Staatsmedizin bequem von deren Büros aus einsehbar sind. Man wird Sie genau beobachten!



Der Staat betrügt Sie um Ihre Beiträge

Oft ist zu hören, dem Ausgabenanstieg müsse ja irgendwie entgegengewirkt werden, da seien Reformen eben unvermeidlich. Lassen Sie sich nicht belügen! Fakt ist: Der Anteil des Gesundheitswesens an der gesamten Wirtschaftskraft ist in Deutschland seit Jahrzehnten konstant und liegt im Mittelfeld der westlichen Industrienationen. Es gibt keine Kostenexplosion!! Dafür haben wir ein System, um dessen Leistungskraft gerade im ambulanten Bereich (mit direktem Zugang zu qualifi zierter fachärztlicher Versorgung für jedermann) uns jeder Ausländer beneidet. Fakt ist aber, dass sich der Staat seit Jahren mit milliardenschweren Plünderungen aus der Gesundheitskasse bedient, um Renten- und Arbeitslosenversicherung zu stützen und gesamtstaatliche Ausgaben aus ihren sauer erarbeiteten Beiträgen (statt aus Steuern) finanzieren zu können.

Gute Medizin verbessert Lebensqualität und verlängert Leben

Diese Koalition aber kämpft nur um ihr eigenes Überleben. In der ehemaligen DDR gab es staatlich kontrollierte Polikliniken. Die Lebenserwartung war um Jahre kürzer als im Westen. Wir Ärzte wollen nicht, dass Ihre Lebenserwartung und Ihre Lebensqualität staatlich rationiert und budgetiert werden.

Man will, dass Sie möglichst mit den billigsten Methoden und Medikamenten behandelt werden - wenn überhaupt.

Fragen Sie Ihren Bundestagsabgeordneten, ob er das verstanden hat und warum er das will und dem zustimmt.

Mi, 24.01.2007 17:45 / Christoph Larisch, Dr. Ludger Wollring Druckversion Mail Zurück Weiter

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