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| Vorbeugen ist besser als Abgewöhnen – Schock für die Eltern: Hilfe, mein Kind raucht! |
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 Bildquelle: pixelio / Stephanie Hofschlaeger | „Eigentlich hätte ich ja schon viel eher drauf kommen können“, ärgert sich Monika P. heute. Der Mutter einer Zwölfjährigen war es schon lange merkwürdig vorgekommen, dass sich ihre Tochter auf einmal auffällig häufig die Hände wusch, ständig Pfefferminzkaugummi kaute und dreimal am Tag die Klamotten wechselte. „Doch vielleicht wollte ich es auch nicht wahrhaben, bis ich Daniela dann zufällig an der Bushaltestelle mit ihrer Clique gesehen habe. Mit Zigarette im Mund“, berichtet Monika P. weiter und grübelt nun, wie sie ihre Tochter davon überzeugen kann, den Glimmstängel zukünftig stecken zu lassen.
Klar ist: Am besten beginnen Kinder gar nicht erst zu rauchen. Aber das sagt sich so leicht, denn auch Kinder aus Nichtraucher-Haushalten greifen zum Glimmstängel. Der Grund: Für viele Kinder und Jugendliche ist die Zigarette das Symbol für das Erwachsenwerden. Denn sie beobachten (und wissen), dass Kinder nicht rauchen (dürfen), Erwachsene aber schon. Forscher geben Eltern deshalb den Tipp, ihren Kindern rechtzeitig das Gefühl zu vermitteln, sie würden jetzt „immer mehr erwachsen“. Mit der Vorbegung gegen das Rauchen kann man schon bei Sechsjährigen beginnen: In diesem Alter sind Kinder von Natur aus sehr wissbegierig. Deshalb kann und sollte man bereits dann beginnen, mit ihnen über die schädlichen Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit zu sprechen. Besonders gefordert sind dann Eltern, die selbst rauchen. Sie sollten das Thema nicht einfach ausklammern, sondern sehr offen auch mit ihren Kindern darüber sprechen, wie schädlich Rauchen eigentlich ist, vielleicht sogar auch, welche gesundheitlichen Nachteile sie selbst davon spüren – und wie schwer es fällt, von der Zigarettensucht wieder loszukommen. Kinder rauchender Eltern machen sich große Sorgen um die Gesundheit ihrer Eltern. Nehmen Sie diese Ängste ernst und wiegeln Sie nicht ab nach dem Motto „ach, so schädlich ist das alles ja nicht, mir passiert schon nichts“. Genau das wird Ihnen sonst Ihr Kind entgegenhalten, wenn Sie es das erste Mal mit Zigarette erwischen.
Wichtig ist auch, bereits jungen Kindern eine ablehnende Haltung dem Rauchen gegenüber beizubringen. Wenn Sie mit ihrem Kind unterwegs einen rauchenden Jugendlichen oder gar ein Kind sehen, machen Sie Ihrem Nachwuchs sehr unmissverständlich klar, wie sehr Sie das ablehnen – und dass Sie es auch nicht tolerieren würden, wenn Ihr Kind rauchte.
Was so banal klingt, zeigt durchaus Wirkung, haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden: Jugendliche, die wissen, dass beide Elternteile ziemlich sauer würden, wenn sie sie beim Qualmen erwischten, werden nur halb so oft gewohnheitsmäßige Raucher wie Gleichaltrige, deren Eltern nicht so konsequent sind. Dabei kommt es nicht einmal darauf an, ob die Eltern selbst rauchen oder nicht. Selbst der schlechte Einfluss rauchender Freunde schien schwächer zu sein als der der Elternpaare, die beide einhellig das Rauchen ihres Kindes verurteilten.
Souverän „Nein“ zu sagen, das ist ein zweiter großer Trainingsschritt auf dem Weg ins qualmfreie Leben. Denn der Gruppendruck, dem Kinder und Jugendliche widerstehen müssen, wenn sie eine angebotene Kippe ablehnen, kann enorm sein. Niemand will als Schwächling oder Außenseiter gelten – und raucht deshalb vielleicht lieber mit. Wichtig ist also, dass auch Sie als Eltern rechtzeitig bei anderen Themen ein „Nein“ Ihres Kindes akzeptieren und nicht selbst versuchen, mit Argumenten wie „das machen aber alle so“ zu punkten. Wenn Ihr Kind schon etwas älter ist, so etwa 12 bis 15 Jahre, dann sollten Sie zu „Stufe zwei“ der Rauchprävention kommen. Jetzt ist nicht mehr so sehr Ihre Meinung als Erwachsener gefragt (im Gegenteil, Kinder in diesem Alter grenzen sich gerne genau dagegen ab!). Sprechen Sie vielmehr mit Ihrem Kind darüber, warum andere rauchen, welche Motive es dafür gibt – und wie man auch anders etwa mit Kummer oder Stress umgehen kann. Empfänglich sind junge Teenager durchaus auch für Argumente gegen das Rauchen wie „Rauchen bedeutet Abhängigkeit und ist kein Zeichen von Freiheit“ oder „Rauchen ist teuer, die Kleidung stinkt, man hat Mundgeruch“.
Was aber, wenn alles nichts geholfen hat und das Kind trotzdem raucht? Wichtig ist dann erst mal eines: Behalten Sie einen klaren Kopf, reagieren Sie souverän und fangen Sie nicht sofort an zu schreien. Schon gar nicht, wenn Sie Ihr Kind beispielsweise wie Monika P. mit seiner Clique beim Rauchen erwischen. Eine hysterisch kreischende Mutter wird ihr Kind nur peinlich finden. Gehen Sie ruhig, aber bestimmt auf Ihr Kind zu, sprechen Sie es an, sagen Sie ihm, dass Sie nicht wollen, dass es raucht. Sprechen Sie ggf. auch umstehende, mitrauchende Kinder oder Jugendliche an, genauso ruhig, genauso bestimmt. Ruhe und Besonnenheit sind natürlich genauso gefragt, wenn Sie ihrem Kind auf anderem Wege auf die Schliche kommen, etwa, wenn Sie Zigaretten finden.
Was auf jeden Fall folgen muss, ist ein intensives Gespräch. Versuchen Sie herauszufinden, warum Ihr Kind raucht (Gruppendruck, Selbstwertgefühl...?) und versuchen Sie dann, am besten gemeinsam mit Ihrem Kind, eine Gegenstrategie zu entwickeln. In jedem Fall sollten Sie auch ein „Strafe/Belohnungs-Maßnahmenpaket“ entwickeln. Sprich: Das Taschengeld wird gekürzt oder gestrichen, damit Ihr Kind keine Zigaretten kaufen kann. Gleichzeitig können Sie aber mit ihrem Kind vereinbaren, dass es eine Belohnung bekommt, wenn es sich an eine vereinbarte, rauchfreie Zeit hält. Klar ist aber auch eines: Der Blick in diverse Internetforen zeigt sehr deutlich, wie hilflos die meisten Eltern sind, wenn das Kind erst einmal zum Glimmstängel gegriffen hat. Bei vielen ist die Resignation schon sehr deutlich zu spüren: „Mein Kind ist 12 und raucht – aber er lässt sich von uns überhaupt nichts sagen. Ich habe es aufgegeben“, schreibt eine Mutter. Tatsächlich kann es schlimmstenfalls sogar sein, dass Sie mit allen Tricks und Argumenten nicht mehr viel ausrichten können. Dann aber gilt zumindest, dass Sie Ihrem Kind keinesfalls erlauben sollten, zu Hause zu rauchen. Das gilt auch und insbesondere, wenn Sie selbst Raucher sind. Versuchen Sie auch, in der Schule darauf zu drängen, dass das Rauchen hier stark beschränkt oder im Idealfall sogar ganz verboten wird. Denn die meisten Zigaretten rauchen Kinder und Jugendliche noch immer während der Schulzeit, haben Untersuchungen ergeben. Wird es ihnen dort unmöglich gemacht, ist schon viel gewonnen.
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