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| Schnelles Handeln ist das erste Gebot - Alarmstufe Rot: Schlaganfalll |
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Britta M. hätte nie im Traum daran geglaubt: Sicherlich war ihr vor ein paar Tagen schwindelig gewesen und die plötzlichen Kopfschmerzen konnte sich die Siebenundzwangzigjährige auch nicht so recht erklären. Als sie dann doch zum Arzt ging, herrschte auf einmal Alarmstufe Rot: Binnen weniger Minuten war sie auf dem Weg ins Krankenhaus, wo sich der Verdacht des Mediziners bestätigte: Schlaganfall.
Kein untypischer Fall: Mehr als 200.000 Deutsche erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. Und nicht immer trifft es Ältere: Auch Jüngere und Kinder können betroffen sein. Das Tückische dabei: Nicht immer äußert sich ein Schlaganfall mit den bekannten, typischen Symptomen wie einer kompletten Lähmung von Armen oder Beinen oder Sprachstörungen. Manchmal ist den Betroffenen auch nur schwindelig oder sie haben heftige Konzentrationsstörungen. Diese Warnzeichen nehmen viele leider nicht ernst genug und gehen erst gar nicht zum Arzt – oder erst viel zu spät. Vor allem ältere Menschen scheuen sich oft, den Notarzt zu rufen, und warten lieber geduldig ihren Termin beim Hausarzt ab. Dabei zählt beim Schlaganfall jede Minute: Je früher der Betroffene zum Arzt oder besser gleich in eine Klinik kommt, umso besser können ihm Mediziner helfen, später wieder ganz gesund zu werden.
Die beste Anlaufstelle für solche Fälle sind sogenannte „Stroke- Units“ wie sie immer mehr an verschiedenen Kliniken entstehen. Das sind Schlaganfall-Spezialstationen, bei denen alles darauf eingerichtet ist, in kürzester Zeit die richtige Diagnose zu finden und die passende Therapie einzuleiten. Das ist deshalb besonders wichtig, weil für den Schlaganfall entweder ein Gefäßverschluss verantwortlich sein kann oder eine Hirnblutung. Beides muss sofort behandelt werden, aber auf völlig unterschiedliche Weise. Eine Blutung müssen Mediziner mit einer Operation stoppen, ein Blutgerinnsel hingegen müssen sie mit Medikamenten auflösen. In beiden Fällen aber drängt die Zeit: Es gelingt in der Regel nur in den ersten drei Stunden nach dem Schlaganfall.
Weil Schlaganfälle jedoch noch immer zu häufig zu spät erkannt werden, sterben trotz der Fortschritte der modernen Medizin rund 20 Prozent der direkt von einem Schlaganfall betroffenen Patienten innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Alarmierende Zahlen, denn das macht den Schlaganfall nach Krebs- und Herzerkrankungen zur dritthäufigsten Todesursache in Deutschland.
Auf Schlaganfallsymptome besonders gut zu achten ist auch noch aus einem anderen Grund wichtig: Die „milden Vorboten“ wie etwa Schwindel oder leichte Kopfschmerzen können Warnsignale für einen kurz bevorstehenden, viel schwereren Schlaganfall sein. Mediziner sprechen in einem solchen Fall von einer „transitorischen ischämischen Attacke“ (TIA). Der eigentliche, schlimme Schlaganfall lässt sich jedoch durch eine rechtzeitige Behaldung etwa in einer „Stroke-
Unit“ verhindern.
Übrigens erleiden immer häufiger auch Jüngere und Frauen einen Schlaganfall. Tückisch ist, dass Frauen – wie beim Herzinfarkt – oft andere Symptome haben als Männer: Bei ihnen äußert sich ein Schlaganfall oft eher durch Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel, Brustschmerzen oder Luftnot als durch die klassischen „männlichen“ Symptome Halbseitenlähmung, Sprach- und Sehstörungen.
Auch wenn ein Schlaganfall im Prinzip jeden treffen kann, müssen bestimmte Menschen ganz besonders vorsichtig sein. Wer an einem zu hohen Blutdruck leidet, einen zu hohen Cholesterinspiegel hat, raucht, sich zu wenig bewegt, übergewichtig ist oder an der Zuckerkrankheit leidet, hat ein deutlich höheres Risiko. Aber auch Rauchen und zu viel Alkohol gehören zu den Risikofaktoren. Vorsichtig müssen auch Menschen sein, die an Vorhofflimmern leiden.
In jedem Fall gilt: Lieber einmal zu viel den Notarzt rufen als einmal zu wenig. Die Chancen, nach einem eventuellen Schlaganfall wieder ganz gesund zu werden, steigen mit jeder gesparten Minute.
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Vorsicht, Schlaganfall! Das sind mögliche Symptome:
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Sehstörung
Ein Schlaganfall kann mit Symptomen zusammenhängen, die das Sehen beeinträchtigen. Das kann das räumliche Sehen betreffen, aber auch Doppelbilder können auftreten. Manchmal berichten Betroffene, sie hätten das Gefühl, als schauten sie durch eine beschlagene Brille.
Sprach- und Sprachverständnisstörung
Sprachstörungen können sich in leichteren Fällen als stockende, abgehackte Sprache äußern, aber auch das Verdrehen von Silben oder Verwenden von falschen Buchstaben beinhalten. Der Betroffene kommuniziert mit seiner Umwelt im Telegrammstil, hat eine verwaschene oder lallende Sprache. In seltenen Fällen kann er gar nicht mehr sprechen.
Bei einigen kommt es zu Sprachverständnisstörungen. Das bedeutet, er kann durch die Fehlfunktion im Gehirn nicht mehr verstehen, was man ihm sagt.
WICHTIG: Kommt es im Notfall zu einer der oben genannten Störungen, ist es wichtig, diese möglichst genau zu beobachten, damit man dem Arzt berichten kann, ob der Sprachfluss ganz oder nur teilweise blockiert ist oder ob es sich nur um eine verwaschene Aussprache handelt. Diese Unterscheidung lässt Rückschlüsse darauf zu, welche Region des Gehirns betroffen ist.
Lähmung, Taubheitsgefühl
Eine plötzlich eintretende Lähmungserscheinung auf einer Körperseite kann auf einen Schlaganfall hinweisen. Ebenso ein gestörtes Berührungsempfinden, wie z.B. bei einem eingeschlafenen Fuß. Bei einigen Betroffenen stellt sich ein Pelzigkeitsgefühl auf einer Körperseite ein. Häufig sind Gesicht, Arm und Hand stärker betroffen. Ein typisches Merkmal ist ein herunterhängender Mundwinkel. Die Ausfälle können sich auch im Bein bemerkbar machen.
Nach einer vorübergehenden Störung ist es für den Arzt wichtig, ob nur die Kraft oder das Gefühl oder beides beeinträchtigt waren. Hieraus kann er Rückschlüsse auf den Ort der Durchblutungsstörung ziehen.
Schwindel mit Gangunsicherheit
Ein weiteres Schlaganfallsymptom ist plötzlich auftretender Schwindel, verbunden mit Gangunsicherheit. Schwindel wird unterschiedlich empfunden: Man kann das Gefühl haben, Karussell zu fahren (Drehschwindel) oder auf einem Schiff auf bewegter See zu sein (Schwankschwindel). Manche Betroffenen fühlen sich auch, als ob sie mit einem Fahrstuhl hinuntersausen würden.
Generell ist Schwindel mit dem Empfinden verbunden, das Gleichgewicht und die Koordination zu verlieren oder verloren zu haben. Wichtig ist, dem Arzt das Gefühl genau zu beschreiben.
Sehr starker Kopfschmerz
Vorher nicht gekannte, äußerst heftige Kopfschmerzen können auf einen Schlaganfall hinweisen. Ursache sind plötzlich auftretende Durchblutungsstörungen einer bestimmten Hirnregion oder Einblutungen in das Hirngewebe (meist hervorgerufen durch das Platzen oder Zerreißen einer in der Regel angeborenen Gefäßaussackung). Diese starken Kopfschmerzen können mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sein.
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