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Venenthrombosen – Blutgerinnsel mit gefährlichen Folgen

Abends war es besonders schlimm: In ihre schicken neuen Schuhe kam Marlene F. kaum noch rein, weil ihre Füße so geschwollen waren. Nachts holten sie Wadenkrämpfe aus dem Schlaf. Als das Bein dann immer dicker wurde und heftig schmerzte, ging sie nach drei Tagen schließlich doch zum Arzt. Gerade noch rechtzeitig. Die Diag­nose: eine Venenthrombose.

Dabei verstopft ein Gerinnsel die Venen, also die Gefäße, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren. Die Folge: Das Blut staut sich unterhalb der Verstopfungsstelle, das Gewebe dahinter wird nicht mehr richtig durchblutet. Daher die Schwellung und die Schmerzen.

Richtig gefährlich wird es, wenn sich ein solches Gerinnsel wieder löst und mit dem Blut mitschwimmt. Dann gelangt es von der Beinvene zum Herzen, um von dort aus in die Lungenarterien weitergespült zu werden. Setzt es sich dort erneut fest, verstopft es eine der Lungenarterien. Eine lebensgefährliche Lungenembolie ist die Folge. Dann bekommt das Herz Schwierigkeiten, das nachfolgende Blut in die Lunge zu pumpen, womit es komplett überfordert ist. Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 30.000 Menschen an einer Lungenembolie infolge einer venösen Thrombose.

Das Gefahrenszenario für eine Beinvenenthrombose sieht so aus: Das Blut ist zu zähflüssig, gleichzeitig funktionieren die sogenannten Venenklappen nicht mehr richtig. Das sind kleine Klappen in den Beingefäßen, die verhindern, dass das mühsam nach oben Richtung Herz gepumpte Blut durch die Schwerkraft wieder nach unten sackt. Wenn diese Venenklappen nicht mehr vollständig schließen, staut sich das Blut in den Beinen.

Unterstützung bekommen die Venenklappen von bestimmten Muskeln. Wer sich also viel bewegt, beugt auch einer Venenthrombose vor. Schwierig wird es für Menschen, die gezwungenermaßen lange unbeweglich verharren müssen. Das gilt für den Gipsfuß genauso wie für den Fernflieger. Untersuchungen zeigen: Wer länger als fünf Stunden mehr oder minder unbeweglich im Flieger sitzt, hat ein deutlich höheres Thromboserisiko. Hinzu kommen der geringe Luftdruck in der Kabine – und die meist mickrigen Trink­rationen der Fluggesellschaften, die dazu führen, dass die Passagiere oft viel zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen: Das Blut dickt dadurch noch stärker ein.

Auch bestimmte Medikamente verdicken das Blut. Dazu zählen vor allem die Antibabypille und Hormone, die Frauen gegen Wechseljahresbeschwerden bekommen. Auch im Blut von Schwangeren zirkulieren die gleichen Hormone, sie haben also ebenfalls ein höheres Thromboserisiko. In den letzten Schwangerschaftsmonaten drücken Gebärmutter und das Baby im Bauch zudem zunehmend auf die Venen, wodurch sich leichter Blutgerinnsel bilden können. Besonders gefährdet sind auch Senioren. Ihr Blut gerinnt schneller und ihre Venen sind schlaffer. Trinkt der oder die Betagte dann noch zu wenig oder ist ans Bett gefesselt, erhöht sich das Risiko noch mal um ein Vielfaches.

Marlene F. hat noch mal Glück gehabt: Ihre Thrombose hat der Arzt rechtzeitig entdeckt und ihr blutverdünnende Medikamente und spezielle Kompressionsstrümpfe verordnet. Doch nicht immer verläuft eine Thrombose so glimpflich, denn häufig haben die Betroffenen gar keine Beschwerden und die Thrombose wird zu spät entdeckt. Ob Sie bereits ein erhöhtes Thromboserisiko haben, können Sie mithilfe der Checkliste unten überprüfen. Grundsätzlich gilt: Beim Verdacht auf eine Thrombose sofort zum Arzt! Denn je eher dieser eine Thrombose erkennt, desto besser sind die Behandlungschancen.

Bestätigt sich der Verdacht auf eine Thrombose, kann der Arzt beispielsweise mithilfe eines Ultraschallgerätes gucken, ob sich bereits ein Blutgerinnsel gebildet hat. Nach der Diagnose kann er dann die entsprechenden Maßnahmen einleiten und blutverdünnende Medikamente oder einen Kompressionsverband verordnen. Im Notfall können Blutgerinnsel auch operativ entfernt werden.

Die beste Medizin, damit Venenleiden gar nicht erst entstehen, ist allerdings immer noch Bewegung. Gerade auf Reisen ist Bewegung zudem eine gelungene Abwechslung, die den Kreislauf ankurbelt und Zeit vertreibt. Reisen Sie mit der Bahn oder dem Flieger, stehen Sie häufig mal auf und vertreten Sie sich die Beine. Gehen Sie dabei abwechselnd mal auf den Fersen, mal auf den Zehenspitzen. Kreisen Sie die Füße eine Zeit lang mal rechts-, mal linksherum oder ziehen Sie im Wechsel mal die Ferse, mal die Fußspitze zu sich heran. Auch Langstrecken-Autofahrer sollten die gleichen Übungen bei jeder Rast mit einplanen.

Check: Wie hoch ist Ihr Thromboserisiko?
  • Nehmen Sie Hormonpräparate gegen Wechseljahresbeschwerden oder die Antibabypille?
  • Sind Sie in den letzten Monaten operiert worden?
  • Leiden Sie an Blutgerinnungsstörungen und nehmen Sie Mittel zur Blutverdünnung?
  • Tragen Sie einen Gips oder festen Verband an den Beinen oder Knöcheln?
  • Haben Sie abends schwere, müde Beine oder nächtliche Wadenkrämpfe?
  • Hatten Familienmitglieder bereits Thrombosen oder andere Venenerkrankungen?
  • Haben Sie Übergewicht oder rauchen Sie?
  • Sitzen oder stehen Sie den Großteil des Tages?
  • Haben Sie Schmerzen auf der Fußinnenseite oder in den Waden?
  • Hatten Sie schon mal Krampfadern oder Besenreiser?


Wer ohnehin schon an einer Überfunktion leidet und dann noch zusätzlich Jod einnimmt, verschlimmert die Symptome noch weiter. Deshalb: Im Zweifelsfall sollten Sie lieber Ihren Arzt fragen, bevor Sie auf eigene Faust Jodtabletten einnehmen, damit er eventuell Ihre Schilddrüsenfunktion checkt. Sinnvoll kann es sein, nicht sofort mit der Dosis von 200 Mikrogramm Jod pro Tag anzufangen, sondern die Joddosis über einige Wochen hinweg langsam zu steigern.


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Mo, 11.08.2008 15:47 / Nadia Youzbachi / September 2007 Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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