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Grüner Star – Zwanzig Euro bieten Schutz vor der Erblindung

Der „Grüne Star“ schränkt die Sicht immer weiter ein
Der „Grüne Star“ ist hierzulande eine der häufigsten Erblindungsursachen. Beim Glaukom, wie Augenärzte die Krankheit nennen, herrscht ein zu starker Innendruck im Auge, der den Sehnerv schädigt. Das Tückische daran: Das geht so langsam voran, dass die Betroffenen es lange Zeit nicht bemerken. Das Gehirn gleicht die Wahrnehmungsstörungen lange aus.

Schreitet die Krankheit voran, sehen die Betroffenen immer mehr wie durch einen Tunnel. Der Sehnerv ist dann schon unwiederbringlich geschädigt, auch mit Medikamenten ist es dann schwierig, den Betroffenen vor der völligen Erblindung zu retten.

Hinterher ist man leider immer schlauer, denkt sich mittlerweile auch Gerhard B. Er ist einer von 800.000 Deutschen, die an einem Glaukom leiden. Dabei hatte ihn sein Augenarzt vor einigen Jahren sogar darauf angesprochen, ob er nicht mal eine Glaukomvorsorge machen wolle. Da die Krankenkassen eine solche Vorsorgeunter-suchung nicht bezahlen, bot der Mediziner den Check als „Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL)“ an, Gerhard B. hätte für die Untersuchung 20 Euro selbst zahlen müssen. Solche Leistungen seien reine ‚Wohlfühlleistungen‘ hatte ihm die Mitarbeiterin seiner Krankenkasse auf Nachfrage erklärt, man zahle jedoch nur für medizinisch notwendige Untersuchungen. Solche „IGeL-Leistungen“ zählten ausdrücklich nicht dazu. Für Gerhard B. Grund genug, die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Doch dann begann Gerhard B. beim Tennis die Bälle immer später auf sich zufliegen zu sehen, stolperte in der Wohnung über Gegenstände, die er einfach nicht gesehen hatte. Dann der Schreck beim Augenarzt: Nach eingehender Untersuchung stellte dieser die Diagnose: Glaukom im fortgeschrittenen Stadium. Gerhard B.s Sehnerv hat bereits schwere Schäden davongetragen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Seinen Führerschein musste er abgeben. Medikamente sollen jetzt verhindern, dass der Sehnerv weiteren Schaden nimmt.

Einem Glaukom kann nur der Augenarzt auf die Schliche kommen. „Bei der Vorsorgeunter-
suchung misst der Augenarzt mit einem sogenannten Tonometer den Augeninnendruck“, erklärt Dr. Uwe Kraffel, Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte (BVA). Außerdem untersucht er den Augenhintergrund und prüft, ob der Sehnerv in Ordnung ist.

„Grundsätzlich kann jeder an einem Glaukom erkranken“, sagt Kraffel. Das Risiko steigt allerdings mit dem Lebensalter. Deshalb empfiehlt der BVA-Vorsitzende jedem ab 40, alle zwei Jahre zur Früherkennung zu gehen. „Ab dem 60. Lebensjahr sollte man die Untersuchung jedes Jahr machen“, rät der Experte. Gerhard B. bedauert im Nachhinein, dass er auf seine Kasse gehört hat: „Ich hätte die 20 Euro gerne gezahlt, wenn ich dafür jetzt noch Auto fahren könnte.“

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Di, 04.03.2008 12:56 / Nadia Youzbachi / Juli-August 07 Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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