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| Prostatakrebs: Ein Bluttest schlägt früh Alarm |
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Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern, rund 50.000 erkranken jährlich daran – Tendenz steigend. Etwa 11.000 Männer sterben jährlich in Deutschland an der Krankheit. Die meisten sind über 60 Jahre alt, wenn die Krankheit bei ihnen diagnostiziert wird. Je früher Mediziner die Krebserkrankung finden, umso höher sind die Heilungschancen. Ein einfacher Bluttest kann hier bereits sehr frühzeitig warnen.
Prostatakrebs ist tückisch. Lange schlummert ein Tumor der Vorsteherdrüse im Verborgenen, verur-sacht keine Symptome – und wenn, dann sind sie höchstens lästig, aber nicht so schmerzhaft, dass sie den Betroffenen unbedingt sofort zum Arzt treiben würden. Dazu zählen beispielsweise Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder vermehrter Harndrang. Dies alles kennt aber ohnehin fast jeder zweite Mann über 50 Jahre.
So häufig ist eine andere, viel harmlosere Erkrankung: die gutartige Prostatavergrößerung. Sie
führt zu den gleichen Symptomen. Nur selten verursacht Prostatakrebs so alarmierende Signale wie Blut im Urin oder der Samenflüssigkeit oder Schmerzen in der Kreuzgegend, der Hüfte oder im Oberschenkel.
Und selbst die Probleme beim Wasserlassen macht Prostatakrebs nicht immer, zumindest am Anfang nicht, wenn er noch gut zu heilen wäre. Der Grund: Meistens entstehen Prostatakarzinome in der äußeren Zone der Drüse, also relativ weit weg von der Harnröhre. Sie müssen dann also schon eine ganze Weile gewachsen sein, bis sie auf die Harnröhre drücken und Probleme beim Wasserlassen bereiten. Prostatakrebs ist – wie viele Krebsarten – gut heilbar, wenn er nur rechtzeitig erkannt wird. Das bedeutet: Die Krebszellen dürfen noch nicht über die Vorsteherdrüse selbst hinausgewachsen sein oder sich als Tochtergeschwülste in anderen Körperteilen niedergelassen haben.
Der sicherste Weg zur Früherkennung sind deshalb Vorsorgeuntersuchungen. Jeder Mann über 45 Jahre hat über seine Krankenkasse das Anrecht auf eine Krebsfrüh-erkennungsuntersuchung. Dabei tastet der Urologe vom Enddarm aus die Vorsteherdrüse und sucht nach verhärteten Knoten, die auf eine Krebsgeschwulst hinweisen würden. Normalerweise sind solche Knoten recht gut und auch relativ früh zu ertasten, da die Tumore wie gesagt zumeist am Rand der Vorsteherdrüse entstehen. Doch auch wenn der Arzt keine tumorverdächtigen Knoten findet, bedeutet dies noch keine hundertprozentige Sicherheit – in einem sehr frühen Stadium ist der Krebs durch Tasten manchmal kaum zu erkennen. Das Gleiche gilt, wenn der Knoten im vorderen, nicht tastbaren Teil der Prostata sitzt.
Eine wesentlich frühere Warnung kann ein Bluttest bringen. Dabei messen Mediziner die Menge des sogenannten prostataspezifischen Antigens (PSA). PSA ist ein Eiweiß, das im Körper nur von der Vorsteherdrüse gebildet wird. Normalerweise hat es die Aufgabe, den Samen des Mannes beim Geschlechtsverkehr zu verflüssigen. Der Kniff: Die bösartigen Zellen eines Prostatakarzinoms bilden ebenfalls PSA – und zwar in rauen Mengen. Deshalb eignet sich der PSA-Wert auch als sogenannter Tumormarker: Ist der Wert außergewöhnlich hoch, könnten bösartige Krebszellen dahinterstecken.
Den PSA-Test zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nicht. Wer sich diesen frühzeitigen und möglicherweise lebensrettenden Früh-Check gönnen will, kann dies schon für wenig Geld tun. Der Arzt berechnet zwischen 20 und 30 Euro für diese sogenannte „individuelle Gesundheitsleistung.“
Wie gesagt: Hinter einem erhöhten PSA-Wert kann ein Tumor stecken, muss aber nicht. Stellen Mediziner allerdings einen hohen PSA-Wert fest, können sie weitere Untersuchungen durchführen. Leider gibt es andererseits auch Prostatakrebsarten, die keinen höheren PSA-Wert hervorrufen.
Für ideal halten deshalb viele Fachleute eine Dreieruntersuchung bei der Prostatakrebsvorsorge: Die Tastuntersuchung (von den Krankenkassen bezahlt), die PSA-Bestimmung und auch noch eine Ultraschalluntersuchung der Prostata. Diese führen Mediziner vom After her aus. Auch das zahlen die Krankenkassen nicht, kostet aber mit 45 Euro ebenfalls nicht die Welt.
„Damit kann man die Größe des Organs am besten berechnen“, weiß auch Dr. Christian Tschuschke vom Berufsverband der deutschen Urologen. Hat ein Arzt die Ergebnisse aller drei Untersuchungen auf dem Tisch, liefern ihm diese schon sehr wertvolle Hinweise. „Wenn eine der drei Untersuchungen nicht in Ordnung ist, dann muss man weitere durchführen“, betont Tschuschke.
Dazu zählt dann etwa eine Prostatabiopsie. Dabei entnimmt der Urologe mit einer feinen Spezialnadel Gewebeproben aus der Vorsteherdrüse. Diese lassen sich dann im Labor genau untersuchen und geben endgültig Auskunft. Und selbst wenn dann die Diagnose „Krebs“ dabei herauskommt: Mit Hilfe des PSA-Tests und der Ultraschalluntersuchung ist es möglich, der Krankheit sehr früh auf die Schliche zu kommen. Die Chance, dann wieder ganz gesund zu werden, liegt bei 90 Prozent.
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