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| Kleiner Stich, großes Risiko: Mit dem Frühjahr kommen die Zecken |
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 Ein roter Ring nach dem Zeckenbiss – ein Hinweis auf Boreliose | Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken zur Gartenarbeit und zu ausgedehnten Waldspaziergängen. Leider lauern in Wald und Flur durstige Zeitgenossen – Zecken. Doch die bissigen Krabbler sind nicht nur lästig. Viele transportieren eine gefährliche Fracht: Krankheitserreger, mit denen nicht zu spaßen ist. „durchblick gesundheit“ sagt Ihnen, worauf Sie achten sollten und wie Sie sich schützen.
Am liebsten lauern Zecken, auch harmlos Holzbock genannt, in Gras, Gebüsch oder Unterholz. Streift ein Opfer – beispielsweise ein Fuchs, ein Igel oder auch ein Mensch – die Zecke in ihrem Hinterhalt, krallt sie sich blitzschnell fest. Ist sie erst einmal an Bord, macht sie sich auf die Suche nach der besten Stelle für ihre Blutmahlzeit.
Damit Sie den Stich der Zecke nicht bemerken, benutzt sie einen Trick: Beim Stechen pumpt sie Speichel in die Wunde. Er enthält Substanzen, die Ihre Haut betäuben. Außerdem sorgt er dafür, dass das Blut nicht gerinnt und sich die Stelle nicht entzündet, während die Zecke Ihr Blut vertilgt. Dabei können auch gefährliche Krankheitserreger ins Blut gelangen. Ein häufiger Erreger verursacht die Lyme-Borreliose, die beispielsweise dauerhafte Lähmungen nach sich ziehen kann. Ein anderer kann eine schlimme Hirnhautentzündung hervorrufen.
Auslöser der Lyme-Borreliose, an der allein in Deutschland über 60.000 Menschen jährlich erkranken, ist ein Bakterium. Die gute Nachricht: Borreliose lässt sich deshalb mit Antibiotika behandeln. Die schlechte: Die Erkrankung muss rechtzeitig entdeckt werden. Denn je weiter sie fortgeschritten ist, desto schwieriger ist sie zu bekämpfen. Ganz wichtig: Hat sich bei Ihnen eine Zecke eingenistet, beobachten Sie die Einstichstelle noch lange sehr genau. Ein erstes Anzeichen für eine Borrelieninfektion kann eine ringförmige Hautrötung rund um die Einstichstelle sein (Foto). Sie tritt einige Tage oder auch erst Wochen nach dem Stich auf. Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn Sie dies an sich beobachten.
Allerdings taucht dieser typische Ring nicht immer auf. Weitere Borreliosesymptome sind Abgeschlagenheit, Fieber oder Kopfschmerzen. Wochen oder erst Monate nach dem Stich können zahlreiche andere Beschwerden wie heftige Schmerzen in Armen, Beinen oder Rumpf, Lähmungen, Herzprobleme sowie eine Nerven- oder Hirnhautentzündung auftreten. Weil diese Beschwerden viele Ursachen haben können, ist Ihr Arzt bei der Diagnose auf Ihre Hilfe angewiesen. Erzählen Sie ihm deswegen von dem Zeckenstich, auch wenn er möglicherweise schon Wochen oder Monate zurückliegt.
Besonders gemein ist, dass bleibende Schäden wie Lähmungen auch dann möglich sind, wenn Ihr Arzt Ihnen sofort Antibiotika verschreibt. Im Spätstadium der Krankheit können außerdem Gelenkentzündungen und die sogenannte Pergamentpapierhaut auftreten. Das ist ein Schwund des Gewebes, bei dem die Haut fast durchsichtig wird.
Weit seltener als die Borreliose ist die Viruserkrankung FSME, die eine heftige und auch gefährliche Hirnhautentzündung hervorruft. Die Krankheit ist – noch – nicht in ganz Deutschland verbreitet: Als Risikogebiete gelten weite Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie einige Landkreise in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie in einem Risikogebiet leben, fragen Sie Ihren Arzt.
Zu Beginn ist eine FSME-Erkrankung kaum von einem grippalen Infekt zu unterscheiden. Sie kündigt sich mit mäßigem Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl an. Wer Glück hat, hat die Krankheit damit schon überstanden. Bei einem Teil der Infizierten entzünden sich aber die Hirnhaut, das Gehirn selbst oder das Rückenmark.
Je nach Entzündungsort treten dabei unter anderem Fieber, Kopfschmerz, Erbrechen, ein steifer Nacken oder Lähmungen auf. Manche Patienten fallen sogar ins Koma. Bei ein bis zwei Prozent der Erkrankten endet die Entzündung tödlich. Doch auch bei Heilung können Nervenschäden zurückbleiben.
Medikamente gegen die FSME-Viren gibt es nicht, nur die Symptome lassen sich behandeln. Deswegen ist bei FSME die Vorbeugung besonders wichtig. Den sichersten Schutz bietet eine Impfung. Sie ist offiziell empfohlen, wenn Sie in einem Risikogebiet leben oder dorthin reisen. Für eine lang anhaltende Immunisierung sind drei Spritzen nötig. Die ersten beiden bekommen Sie im Abstand von ein bis drei Monaten. Für den Langzeitschutz ist eine weitere Impfung nach einem Jahr vorgesehen. Danach erfolgt alle drei Jahre eine Auffrischung.

Am besten lassen Sie sich aber gar nicht erst von einer Zecke stechen. Das Risiko können Sie mit einfachen Mitteln minimieren: Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen, wenn Sie durch Gräser und Sträucher wandern oder im Garten arbeiten. Mittel, die Insekten abschrecken sollen, leisten ebenfalls einen Beitrag, um Zecken von Ihnen fernzuhalten. Denken Sie dabei daran, sich neu einzucremen oder einzusprühen, bevor die Wirkung nachlässt. Nach dem Aufenthalt in der Natur sollten Sie Ihren Körper außerdem sorgfältig nach Zecken absuchen. Besonders häufig sitzen sie an warmen und feuchten Stellen wie in den Kniekehlen oder unter den Armen.
Ist es trotz aller Sorgfalt doch passiert, und eine Zecke hat Ihr Blut als ihre Mahlzeit auserkoren, entfernen Sie sie so schnell wie möglich. Am besten verwenden Sie dafür eine Zeckenzange. Diese erhalten Sie in der Apotheke. Achten Sie darauf, den Zeckenkörper nicht zu quetschen, damit keine zusätzlichen Erreger in die Wunde gelangen. Ganz wichtig ist es, dass Sie die ganze Zecke entfernen. Die Beißwerkzeuge dürfen nicht in der Haut bleiben.
Damit die Zecke ihre gefährliche Fracht nicht weiter verteilen kann, gilt außerdem: Finger weg von Hausmitteln wie Öl, Zahnpasta oder Klebstoff. Diese Mittel lassen die Zecke langsam ersticken – im Todeskampf kann sie Ihnen allerdings noch eine Extraportion Viren oder Bakterien verpassen.
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