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Faschingszeit – Katerzeit: Gib dem Brummschädel keine Chance

Alljährlich beschert die fünfte Jahreszeit vielen Jecken eine kurze, aber heftige Unpässlichkeit: den „Kater danach“. Damit es nicht so weit kommt – oder aber, damit schnell wieder fit wird, wer zu tief ins Glas geschaut hat – hat „durchblick gesundheit“ folgende Tipps für Sie zusammengestellt.

Helau, alaaf – und prost! Wer in der Faschingszeit ordentlich auf die Pauke haut, hat häufig am nächsten Tag mit den Nachwirkungen zu kämpfen: Ein ausgeprägter Kater trübt dann die Freuden des Vortages. Brummschädel und Brand lassen sich jedoch vermeiden – oder zumindest lindern, wenn man ein paar wichtige Tipps beachtet.

Fettiges als Grundlage

Bevor Sie zu feuchtfröhlichen Stunden aufbrechen, essen Sie vorher eine fettreiche Mahlzeit. Die Klassiker: Ölsardine, andere fetthaltige Fische oder fetthaltiges Fleisch. Je mehr fetthaltige Kost im Magen liegt, umso langsamer geht der Alkohol von dort ins Blut über. Auf gar keinen Fall sollten Sie auf nüchternen Magen ins Gelage ziehen. Dann nämlich rutscht der Drink gleich durch den Magen tiefer in den Dünndarm – und der Alkohol wird dort erst aufgenommen. Da der Dünndarm aber eine größere Oberfläche als der Magen hat und dort auch nicht mehr so viele alkoholabbauende Enzyme vorhanden sind, schießt der Alkohol schneller, direkter und vor allem reichhaltiger ins Blut.

Nicht mischen!

Einmal drin im Trubel, sollten Sie bei einer Alkoholsorte bleiben, der Reim „Wein auf Bier, das rat’ ich dir“ ist allenfalls poetisch richtig. Der Grund: Wer unterschiedliche Alkoholsorten zu sich nimmt, erwischt auch gleich einen ganzen Cocktail sogenannter Fuselalkohole. Sie sind die eigentlichen Geschmacksträger von Bier, Wein & Co. Würden sie fehlen, schmeckte auch ein noch so frisch Gezapftes einfach schal, der edelste Jahrgangswein labberig. Leider sind es auch genau diese Fuselalkohole, die dem Körper am meisten zu schaffen machen. Mit einer oder zwei Sorten eines bestimmten Alkohols kommt der Körper vielleicht noch halbwegs klar. Wer aber Bier, Wein und Schnaps durcheinandertrinkt, tankt auch gleich die ganze chemische Bandbreite aller Fuselalkohole – zu viel auch für den robustesten Stoffwechsel. Denn beim Abbau der Fuselalkohole entstehen Gifte, die die Herzleistung vermindern und zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen.

Gute Nachricht übrigens für die Kölner: Ihr „Kölsch“ enthält relativ wenig Fuselalkohole, hat eine Münsteraner Untersuchung ergeben. Das Düsseldorfer Alt und das bayerische Weizenbier spülen fast doppelt so viele Fuselalkohole in die durstigen Kehlen.

Wichtig: Wasser und Salz

Alkohol entwässert den Körper. Zum Alkoholabbau benötigt der Körper Wasser, um den Alkohol chemisch umzubauen und so unschädlich zu machen. Chemiker nennen die entstehenden Zwischenprodukte „Alkhol-Ester“. Diese riechen sehr typisch: Sie sind es, die die berühmte „Alkoholfahne“ entstehen lassen. Muss der Körper viel Alkohol „verestern“, braucht er also sehr viel Wasser. Ist davon nicht genügend im Körper vorhanden, gerät der Stoffwechsel mächtig durcheinander. Alkohol regt zusätzlich die Nieren an – der Körper verliert wichtige Mineralsalze, was zusätzlich im Körperstoffwechsel für Aufregung sorgt. Wichtig also: Während einer feuchtfröhlichen Nacht immer mal ordentlich Wasser zwischendurch trinken und Salziges knabbern – Chips, Erdnüsse oder Salzstangen sind nicht umsonst beliebte Partybegleiter. Ideal sind auch Oliven: Sie sind salzig und gleichzeitig fetthaltig, was, wie oben beschrieben, die Alkoholaufnahme im Körper verlangsamt.

Gib dir Saures

Um den Alkohol im Körper umbauen zu können, braucht der Körper nicht nur Wasser, sondern auch sogenannte organische Säuren. Die-
se kann er selbst herstellen – man kann ihm aber auch mit entsprechenden Lebensmitteln auf die Sprünge helfen. Nicht umsonst ist der saure Hering fester Bestandteil des „Katerfrühstücks“.

Frauen haben übrigens rascher unter den unangenehmen Alkoholfolgen zu leiden. Sie haben relativ zum Körpergewicht einen höheren Anteil an Fettgewebe. Dieses wirkt wie ein Alkoholspeicher, von dort aus wird noch über viele Stunden Alkohol ins Blut abgegeben. Außerdem haben Frauen weniger des alkoholabbauenden Enzyms Alkoholdehydrogenase, es dauert bei ihnen also auch deshalb länger, bis sie wieder nüchtern sind.

Im Durchschnitt baut der Körper pro Stunde 0,1 Promille Alkohol ab. Mit einer Flasche Wein (0,7 Liter) oder drei Flaschen Bier (1,5 Liter) hat ein Mann (75 kg schwer) einen Alkoholspiegel von etwa 1,1 Promille im Blut erreicht und eine Frau (65 kg schwer) etwa 1,3 Promille. Er braucht 11 Stunden und sie 13 Stunden, um dies wieder abzubauen.

Vorsicht übrigens vor Getränken, die versprechen, den Alkoholabbau im Körper zu beschleunigen. Unter den verschiedensten Phantasienamen im Handel, sollen sie vor allem der Leber helfen, den Körper quasi im Turbogang zu entgiften. Bislang ist ihre Wirkung nicht bewiesen, verlassen Sie sich also keinesfalls auf diese Säfte – schon gar nicht, wenn Sie Auto fahren müssen.

So helfen Sie anderen
Alkohol in Maßen genossen schadet nicht wirklich. Immer wieder kennt so mancher Karnevalist kein Halten. Wollen Sie helfen, beachten Sie folgende Tipps:
  • Ist der Betroffene noch ansprechbar, gutmütig zureden, nicht schreien, keine Gewalt ausüben.
  • Vor Stürzen schützen, am besten hinsetzen
  • Die Vitalfunktionen überprüfen. Also: Atmung und Herzschlag ok?
  • Vor Kälte schützen, eventuell Jacke oder Decke umlegen und warm halten
  • Hilfe beim Erbrechen. Darauf achten, dass der Patient nicht sein eigenes Erbrochenes verschluckt.
  • In schweren Fällen sofort den Arzt verständigen
  • Bei Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit grundsätzlich den Notarzt rufen

Do, 08.03.2007 11:48 / Gaby Guzek Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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