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Alzheimer-Krankheit: Das schleichende Vergessen rechtzeitig erkennen

Jeder verkramt hin und wieder seinen Schlüssel, jeder sucht mal verzweifelt nach dem Namen für ein bekanntes Gesicht. Wenn das Vergessen aber langsam immer weiter um sich greift und den Alltag zur unüberwindbaren Hürde macht, kann eine Krankheit dahinterstecken. Die häufigste und bekannteste: Alzheimer. Auch wenn es noch keine Heilung gibt, lässt sich die Krankheit zumindest doch bremsen. Deshalb ist Früherkennung das A und O.

Vor rund 100 Jahren entdeckte der Mediziner Alois Alzheimer eine Krankheit, die er für selten hielt. Heute leiden allein in Deutschland mehr als eine Million Menschen an der Alzheimer-Krankheit, Tendenz rasch steigend. Bis zum Jahr 2030 werden es bis zu drei Millionen sein, schätzen Experten.

Trotz intensiver Forschung ist Alzheimer noch immer nicht heilbar. Es gibt aber mittlerweile Behandlungen, die die Krankheit bremsen. Dabei ist der Erfolg der heute möglichen Therapien umso größer, je früher mit der Behandlung begonnen wird.

Wichtig ist es deshalb, ganz genau auf Veränderungen bei sich selbst, bei Familienmitgliedern und Freunden zu achten, die auf eine beginnende Alzheimer-Erkrankung hinweisen könnten. Häufig vergehen leider noch immer zwei bis drei Jahre, bevor die richtige Diagnose „Alzheimer-Demenz“ gestellt wird, beklagen Experten.

Buchtipp
Ein neues Buch gibt einen guten Überblick zu allen Fragen rund um die Alzheimer-Krankheit. Herausgeber sind die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfahlen. „Demenz. Hilfe für Angehörige und Betroffene“.

Zu beziehen über den Buchhandel.
ISBN-10: 3-937880-29-1
19,90 Euro


Zum Beginn einer Alzheimer-Erkrankung leidet zunächst das Kurzzeitgedächtnis. Warnsignale sind also beispielsweise, wenn Betroffene neue Informationen nur noch schwer aufnehmen und behalten können, beispielsweise, was es heute zum Frühstück gab. Dinge, die weiter in der Vergangenheit liegen, sind dem Betroffenen hingegen immer noch sehr präsent. Eine „Checkliste“ mit Veränderungen, die eventuell auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten, finden Sie im Kasten rechts.

Besteht auch nur der leiseste Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung, sollten Sie sofort einen Arzt zurate ziehen. Dieser kann mit weiteren Tests den Verdacht weiter erhärten – oder eventuell zusätzliche Diagnostik durchführen. Denn Alzheimer ist nur ein Grund für die sogenannte „Demenz“. Auslöser hierfür kann beispielsweise auch eine Mangeldurchblutung im Gehirn sein.

Steht die Diagenose „Alzheimer“, konzentriert sich die Behandlung auf zwei Hauptziele: die Gedächtnisstörungen zu lindern und die Verhaltensauffäligkeiten so gut wie möglich zu behandeln. Wichtig ist es, dass der Patient möglichst lange Alltägliches selbst erledigt, wie etwa sich anzuziehen oder zu essen. Alzheimerpatienten sollten möglichst lange aktiv gehalten werden, fordern Experten. Unterstützend setzen Mediziner hierzu auch Medikamente ein, die die Symptome der Alzheimerkrankheit zumindest lindern können.


Alzheimer: Achtung bei folgenden Warnsignalen
1. Erinnerungsprobleme

  • Fehlende Erinnerungen an kurz zurückliegende Ereignisse
  • Bekannte Telefonnummern werden vergessen. Man vergisst, die Herdplatte auszuschalten
  • Immer häufiger werden Dinge gesucht, die verlegt wurden
  • Personen werden nicht wiedererkannt

2. Probleme bei Routineaufgaben

  • Das Binden von Krawatte oder Schnürsenkel
  • Das Zubereiten einer Mahlzeit, Wäsche waschen oder das Ankleiden
  • Fehler im Beruf

3. Es hapert mit der Sprache

  • Alltägliche Gegenstände können nicht mehr richtig benannt werden, es erfolgen Umschreibungen
  • Gesprächen kann nur noch mit Anstrengung gefolgt werden – der rote Faden geht verloren
  • Themen werden häufig gewechselt

4. Orientierungsprobleme in Bezug auf Zeit und Ort

  • Fragen nach dem aktuellen Datum, dem Tag, dem Jahr oder der Uhrzeit können nicht korrekt beantwortet werden
  • Schlaflosigkeit in der Nacht, Müdigkeit am Tage
  • Der Weg zum bekannten Supermarkt wird nicht gefunden
  • Dinge werden an ungewöhnliche Orte gelegt, z. B. der Schlüssel in den Kühlschrank

5. Probleme mit dem abstrakten Denken und der Beurteilung von Situationen

  • Das Verständnis für den Wert von Geld geht verloren
  • Bestimmung von Tumormarkern
  • Gefahren im Straßenverkehr werden nicht erkannt oder falsch eingeschätzt

6. Mit der Stimmung geht es auf und ab

  • Schnelle Stimmungsschwankungen von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt
  • Zunehmende Antriebslosigkeit, Rückzug vom Freundeskreis
  • Eignungsuntersuchung etwa für Tauchsport
  • Häufige depressive Verstimmungen

7. Verhalten und Persönlichkeit verändern sich

  • Nervöse Unruhe, Umherlaufen auch in der Nacht
  • Ein einst liebevoller Mensch verändert sich zunehmend zu einem feindseligen Nörgler. Er ist reizbar und streitsüchtig, vergrault die Familienmitglieder und den Freundeskreis
  • Unerwartet aggressive Reaktionen bis hin zu schreien, beißen, kratzen und schlagen
  • Unbegründete Beschuldigungen, bestohlen, betrogen oder hintergangen zu werden
  • Das Gefühl, bedroht zu werden, z. B. weil das Fernsehbild als real empfunden wird
  • Bekannte Personen werden als Bedrohung empfunden
  • Angst durch das Riechen von nicht vorhandenen Gasen, das Hören von nicht vorhandenen Stimmen oder das Sehen von nicht vorhandenen Personen oder Dingen

    Quelle: Deutsches Grünes Kreuz, Sektion „Altern in Würde“. Mehr Informationen unter www.altern-in-wuerde.de

Mi, 24.01.2007 17:47 / Gaby Guzek Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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