Für die Ärzte in Rheinland-Pfalz hat die Honorarreform nicht wie versprochen mehr Geld gebracht – ganz im Gegenteil. „Die Reform ist eine Mogelpackung“, ärgert sich der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes, Dr. Günter Gerhardt. Viele Praxen mussten bereits Arzthelferinnen entlassen, nicht wenige stehen vor der Insolvenz.
Um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen, haben mehrere Hundert Ärzte und ihre Mitarbeiter vor dem Gesundheitsministerium in Mainz demonstriert und symbolisch die Facharztpraxen zu Grabe getragen. Sie fordern, dass die Politik etwas ändert – und zwar schnell, nicht erst 2012. Auch viele junge Ärzte kamen, um zu protestieren. Sie können sich nicht vorstellen, eine eigene Praxis in Deutschland aufzumachen – zumindest nicht, wenn sich in Sachen Bezahlung nicht rasch etwas ändert. „Good-bye Deutschland! Wir sind dann mal weg“, stand auf ihren Plakaten.
Wenn es immer weniger Arztpraxen gibt, bekommen natürlich auch die Patienten die Folgen zu spüren, sagt Gerhardt. Wenn sich Patienten über Ärzteproteste aufregten, müssten sie sich daher einmal fragen: „Ist ihnen ein Arzt lieber, der sich wehrt – oder ein insolventer Arzt?“
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