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"durchblick gesundheit"-Serie Teil 5: So viel Honorar bekommt Ihr Arzt ... für einen Allergietest

Anders als jeder Klempner, Bäcker oder Anwalt bekommen Ärzte keine festen Eurobeträge für die Behandlung von Kassenpatien-ten. Dafür gibt es zunächst kein Geld, sondern Punkte. Wie viel ein Punkt wert ist, erfahren Ärzte aber erst am Ende eines Quartals. Der Grund: Die Krankenkassen geben immer nur einen festen Geldbetrag aus, der dann drei Monate für die Behandlung aller Patienten reichen muss – mit dem Effekt, dass der Arzt manchmal ein geradezu lächerliches Honorar für die einzelne Behandlung bekommt, gerade, wenn viele Patienten in seine Praxis kommen. „durchblick gesundheit“ beleuchtet in einer Serie, wie viel Ihr Arzt für eine Behandlung bekommt. Heute: Allergietest.

7,40 Euro für das erste Gespräch
Der klassische Fall: Aus heiterem Himmel juckt es am ganzen Körper. Ihr Hautarzt verdächtigt Ihr neues Duschbad und tippt auf eine Kontaktallergie. Für dieses erste Gespräch bekommt er 240 Punkte. Wie viel die am Ende eines Quartals wert sind, hängt in Berlin unter anderem von der Kasse ab, bei der Sie versichert sind. Bei AOK-, BKK- und IKK-Versicherten kamen in einer Beispielpraxis im zweiten Quartal 2006 unter dem Strich 7,40 Euro heraus.

Um genau herauszufinden, ob tatsächlich ein Bestandteil des Duschgels schuld ist, entscheidet sich Ihr Arzt für einen sogenannten Epikutantest: Sie bekommen Pflaster auf den Rücken geklebt, die Stoffe enthalten, die möglicherweise die allergische Reaktion auslösen. Dafür müssen Sie ein zweites Mal in die Praxis kommen.

An dem vereinbarten Tag klebt Ihnen eine Arzthelferin etwa 30 Pflaster auf. Inklusive Vorbereitungszeit ist sie damit eine halbe Stunde lang beschäftigt. Ihr Arzt bekommt dafür 1.720 Punkte, umgerechnet 53 Euro. An Materialkosten gehen davon 4,25 Euro für die Pflaster und zehn Euro für die Testsubstanzen wieder ab. Etwa 5,60 Euro betragen Gehalt und Lohnnebenkosten der Arzthelferin. Zunächst bleiben also 33,15 Euro übrig.

Diagnose für 1,55 Euro
Am Tag darauf entfernt die Helferin die Pflaster, und Ihr Arzt wirft einen ersten Blick auf die Reaktion Ihrer Haut. Dafür gibt es 50 Punkte, in der Beispielpraxis also 1,55 Euro. Für den gleichen Betrag untersucht Ihr Arzt Ihren Rücken zwei Tage später noch einmal, um die Diagnose zu stellen.

Für vier Arztbesuche kommen so 43,65 Euro zusammen. Diese Summe nimmt Ihr Arzt aber nicht als Gehalt mit nach Hause. Vorher muss er noch laufende Kosten, wie Miete und Abzahlung für die Praxis, Strom, Telefon und Versicherungen, bezahlen. Auch Steuern gehen noch davon ab. Eine goldene Nase verdient er sich auf diese Weise wahrlich nicht. So richtig übel wird es aber erst, wenn Sie im nächsten Quartal wiederkommen, weil Ihnen nach einer Zahnbehandlung der Mund unerträglich juckt und brennt. Um die Ursache zu ermitteln, darf Ihr Hautarzt den Allergietest nun nicht mit anderen Substanzen wiederholen. Denn der ist nur alle vier Quartale, also etwa alle zwölf Monate, erlaubt.

Mi, 25.04.2007 13:54 / na Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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