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Gesundheitsreform: Ob Kassenpatient oder privat - Teurer wird’s auf jeden Fall

Egal, ob gesetzlich oder privat versichert: Trotz all des politischen Hickhacks um die Gesundheitsreform stand schon sehr früh fest, dass die Beiträge steigen werden. Wer hofft, dafür wenigstens mehr Leistung zu bekommen, wird enttäuscht. „durchblick gesundheit“ zeigt die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Für gesetzlich Versicherte

Geht es nach der Bundesregierung, sollen die Krankenkassenbeiträge Anfang nächsten Jahres „nur“ um 0,5 Prozent steigen. Aber: Die Kassen müssen noch vier Milliarden Euro Schulden abbauen, was die Beiträge um weitere 0,4 Prozentpunkte steigen lassen wird. Die Kassen selbst erwarten 2007 Beiträge von mehr als 15 Prozent.

Kommt 2009 tatsächlich der Gesundheitsfonds, legt die Regierung einen einheitlichen Beitragssatz für alle Krankenkassen fest. Eine Kasse, die zu diesem Zeitpunkt noch günstiger ist, muss ihre Beiträge dann auf diesen Satz anheben.

Noch teurer wird es, wenn eine Kasse mit dem Geld nicht auskommt, das sie ab 2009 aus dem Gesundheitsfonds bekommen soll. Dann kann sie einen Zusatzbeitrag fordern. Er beträgt maximal ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Die Kassen können aber bis zu acht Euro kassieren, ohne dass das Einkommen überprüft wird.

Gibt eine Kasse weniger Geld aus, als sie aus dem Fonds bekommen hat, kann sie den Überschuss an einen Versicherten auszahlen, etwa wenn dieser keine Leistungen in Anspruch genommen hat. Bis zu 900 Euro pro Jahr soll man so von seiner Kasse zurückbekommen können. Voraussetzung: Der Versicherte bleibt seiner Kasse drei Jahre lang treu.

Jeder gesetzlich Versicherte soll auch einen Tarif mit Selbstbehalt wählen können. Das heißt, der Versicherte zahlt von allen Kosten, die seine Kasse eigentlich voll tragen muss, einen Teil selbst. Dafür dass er dieses zusätzliche Risiko übernimmt, soll er eine Prämie bekommen. Auch hier gilt eine dreijährige Kündigungsfrist.

In Zukunft müssen alle Kassen ihren Mitgliedern Hausarzttarife anbieten. Dabei verpflichtet sich der Versicherte, immer erst zum Hausarzt und nicht sofort zum Facharzt zu gehen. Auch hier können die Kassen mit Prämien und Vergünstigungen locken. Beim Hausarzttarif muss sich der Versicherte nur ein Jahr an eine Kasse beziehungsweise den Hausarzt binden.

Beiträge für privat Versicherte

Richtig heftig könnte es für privat Versicherte kommen: Ihre Beiträge könnten um bis zu 40 Prozent steigen. Der Grund: Die Regierung will, dass alle privaten Krankenkassen einen Basistarif anbieten müssen und den Wechsel zur Konkurrenz erleichtern sollen.

Basistarif

In den neuen Basistarif können alle wechseln, die sich privat versichern können. Das sind außer Beamten und Selbstständigen auch Angestellte, die mindestens drei Jahre nacheinander ein Bruttogehalt von mindestens 3.937,50 Euro haben. Bei diesem Tarif darf die private Krankenkasse nicht die sonst übliche Gesundheitsprüfung verlangen.

Wechsel

Um den Wechsel innerhalb der PKV zu erleichtern, können Versicherte künftig ihre Alterungsrückstellungen mitnehmen. Das gilt aber nur für die Rückstellungen, die sich auf den Basistarif beziehen. Für darüber hinausgehende Versicherungs-tarife können die Rückstellungen nicht zwischen den Versicherungsunternehmen übertragen werden. Auch beim Wechsel von der PKV in eine gesetzliche Kasse können die Alterungsrückstellungen nicht mitgenommen werden.



Mi, 15.11.2006 16:09 / Gaby Guzek Druckversion Mail Zurück Weiter

 

 

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