Frühaufsteher leben länger

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Wissenschaftler unterscheiden in der Chronobiologie zwei Typen von Menschen: Solche, die spät einschlafen und aufstehen, sogenannte Eulen, und ihren Gegenpart, die Lerchen. Sie gehen früh ins Bett und stehen ebenso früh wieder auf. Dieses Verhalten scheint nicht nur den Tagesablauf zu beeinflussen, sondern es wirkt sich anscheinend sogar auf die Lebenserwartung aus.

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler aus Chicago und dem britischen Guildford. Für ihre Studie, die vor Kurzem in der Fachzeitschrift „Chronobiology International“ erschien, werteten sie Daten von rund einer halben Million Menschen aus. Dabei stellten sie fest: Probanden, die sich selbst als Spät- und Langschläfer bezeichneten, hatten im Vergleich zu Frühaufstehern ein um zehn Prozent höheres Risiko, in dem Studienzeitraum von 6,5 Jahren zu sterben.

Als Ursache für das Phänomen vermuten die Wissenschaftler, dass wir in einer Lerchenwelt leben: Sie zwingt die Langschläfer, früh aufzustehen und entgegen ihrem natürlichen Rhythmus zu handeln. Das schadet ihnen und lässt sie so früher sterben. Schützen könnte die Betroffenen nur, so vermuten die Wissenschaftler, wenn sich die Gesellschaft auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Eulen und Lerchen einstellt, etwa indem Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen.

durchblick gesundheit • Ausgabe 61 • Juli–September 2018

30.08.2018 12:07:32, Autor: na