Kariesvorsorge bei Kindern

„Und er hat gar nicht gebohrt!“

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Fluoridlack trägt wirksam zur Remineralisierung der Zahnoberfläche bei und verhindert Karies. Speziell bei kleinen Kindern bietet der Einsatz von Fluoridlack Vorteile, weil er schnell aushärtet. Das ist das Ergebnis eines Berichts, den das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nun veröffentlicht hat.

Sinnvoll erscheint die Maßnahme angesichts der Zahlen auf jeden Fall: Während Karies bei Erwachsenen und Jugendlichen rückläufig ist, zeigen Untersuchungen bei den unter 3-Jährigen fast keinen Rückgang solcher Zahnschäden: Im Durchschnitt lässt sich laut Institut bei rund 14 Prozent der 3-Jährigen in Deutschland Karies an den Milchzähnen feststellen. Kinder sind besonders anfällig für Karies. Sind bereits Milchzähne mit Karies befallen, werden oft auch die nachfolgenden bleibenden Zähne früh mit Karies „infiziert“.

Die Studie zeigte nun, dass das Aufbringen von Fluoridlack im Milchgebiss Vorteile im Vergleich zur üblichen Versorgung ohne spezifische Fluoridierungsmaßnahmen hat: „Nach dem Aufbringen des Lacks trat Karies an Milchzähnen seltener auf als bei der Versorgung ohne Fluoridierung“, schreibt das Institut. Und weiter: „Bei etwa jedem 10. Kind könnte damit Karies gänzlich verhindert werden. Und bei weiteren Kindern würde zumindest das Fortschreiten der Karies vermindert. Für den Nutzen des Fluoridlacks war es offensichtlich egal, ob die Kleinkinder bereits Karies oder noch ganz gesunde Zähne hatten.“

durchblick gesundheit • Ausgabe 61 • Juli–September 2018

30.08.2018 12:06:13, Autor: na