DFB-Werbedeals

„Geschäfte mit den Kinder-Dickmachern gehen gar nicht!"

Kinder- und Jugendärzte kritisieren DFB-Werbedeals mit McDonald's und Cola. Das stünde im krassen Gegensatz zu dessen Satzung.

Burger und Sport passen nach Ansicht des DFB anscheinend gut zusammen – der Verband der Kinder- und Jugendärzte sieht das anders.
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„Der DFB bekennt sich in seiner Satzung ausdrücklich zur Förderung gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung als gesundheitliche Prävention, gleichzeitig lässt er sich von Coca Cola und McDonalds sponsern und lässt Werbespots in seinem Namen zu, die sich eindeutig an Kinder und Jugendliche richten und damit deren Zucker- und Fett-Konsum fördern. Das ist ein unglaublicher Skandal!" Mit diesen Worten kritisierte heute in Düsseldorf der Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Josef Kahl, die WM-Werbedeals des DFB mit Coca-Cola und McDonald’s.

Mit seinem Verhalten trage der DFB mit dazu bei, dass immer mehr Kinder und Jugendliche Übergewicht entwickeln, denn ein entscheidender Faktor für Übergewicht sei neben Bewegungsmangel eine zu fette und zu süße Ernährung. Daraus resultierten schwere Folgeerkrankungen des Skeletts, Bluthochdruck und vor allem Diabetes. Gerade Kinder und Jugendliche aus sozial prekären Verhältnissen seien gefährdet. In ihren Familien gäbe es oft wenig Kompetenz bezüglich kontrolliertem und bewusstem Konsum von Fastfood, moniert Kahl.

„Der DFB verpflichtet sich in seiner Satzung, soziale Randgruppen zu unterstützen. Sollte er damit arme Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Milieus meinen, dann tut er genau das Gegenteil“, sagt Kahl. Er schade ihnen und mache zunichte, was engagierte Kinder- und Jugendärzte, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrer und Lehrerinnen tagtäglich an Prävention leisteten.

12.06.2018 11:23:08, Autor: RC