Sport für herzkranke Kinder

„So normal und so viel wie möglich“

„Bewegung ist für alle Kinder wichtig“, sagt Prof. Birna Bjarnason-Wehrens vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. „Auch herzkranke Kinder sollten ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben dürfen und möglichst keine Einschränkungen erfahren.“ Sobald sich die Kinder von dem Eingriff an ihrem Herzen erholt haben, sollten sie herumtollen wie alle anderen Kinder auch.

Bewegung ist für alle Kinder wichtig - auch für die mit Herzerkrankungen.
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Auch wer einen angeborenen Herzfehler habe, könne Sport treiben – „mit wenigen Ausnahmen“, betont Kai Rüenbrink, Sprecher des Aktionsbündnisses Angeborene Herzfehler (ABAHF). „Eltern raten wir zu einem Sporttauglichkeitstest, in dem der behandelnde Kinderkardiologe die Belastbarkeit des Kindes genau dokumentiert. Das bringt Eltern, Lehrern oder Trainern mehr Klarheit und beugt einer Überbehütung vor.“ Welche sportlichen Aktivitäten für ein herzkrankes Kind oder Jugendlichen in Frage kommen und welche Risiken zu berücksichtigen sind, „ist immer im Einzelfall vom behandelnden Kinderkardiologen zu beurteilen“, so Rüenbrink.

„Herzkranke Kinder sollten mit Gleichaltrigen spielen und bei all deren Aktivitäten mitmachen können“, meint Bjarnason-Wehrens, „das erhöht ihr Selbstwertgefühl und ihre Lebensqualität.“ Laut einer Untersuchung am Universitätsklinikum in Köln können rund 85 Prozent ohne Einschränkungen beim Schulsport mitmachen. Nur bedingt teilnehmen dürfen Kinder mit Herzschrittmachern und Kinder, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen oder einen inoperablen Herzfehler haben. Für nur etwa zwei Prozent der herzkranken Kinder müsse ein Sportverbot ausgesprochen werden.

Körperliche Fitness sei auch entscheidend, um Herzkreislauf-Erkrankungen im späteren Leben vorzubeugen. „Dennoch bewegen sich viele herzkranke Kinder zu wenig. Im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen weisen sie deswegen Defizite in ihrer motorischen Entwicklung auf“, betont Bjarnason-Wehrens. Diese lassen sich am besten durch Bewegung ausgleichen.


04.05.2018 12:33:00, Autor: ks