Baden-Württemberg

Vier Millionen Ausfalltage wegen Rückenschmerzen

Heizkissen, Spaziergang, Schmerzmittel – die Baden-Württemberger behandeln ihre Rückenschmerzen meist selbst, wie ein Studie zeigt. Viele gehen trotz Schmerzen arbeiten, immer mehr fallen aber aus.


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Nach der klassischen Erkältung aber noch vor psychischen Erkrankungen bleiben Rückenschmerzen laut einer Studie der häufigste Grund für Arbeitsausfälle in Baden-Württemberg. Für das ganze Land errechnete die Krankenkasse DAK mehr als vier Millionen Ausfalltage wegen Rückenschmerzen. Und das, obwohl die große Mehrheit mit ihren Schmerzen an der Wirbelsäule gar nicht den Arzt aufsucht: 86 Prozent gehen laut Gesundheitsreport trotz Schmerzen zur Arbeit. Weitere Zahlen aus der am Donnerstag vorgestellten Studie:

73 Prozent der Beschäftigten in Baden-Württemberg hatten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Rückenschmerzen.

47 Prozent stuften ihre Beschwerden als „leicht“ ein, 42 Prozent als „mittel“ und 11 Prozent als „stark“ beziehungsweise „unerträglich“.

74 Prozent verorteten ihren Schmerz unten am Lendenwirbel, 46 Prozent oben am Halswirbel.

9 Prozent der Beschäftigen leiden unter dauerhaften, chronischen Rückenschmerzen und fallen länger als drei Monate aus. Das sind laut DAK im Südwesten 520.000 Chroniker.

40 Prozent rauf ging laut DAK-Bericht die Zahl der Krankenhausfälle aufgrund von Rückenschmerzen in den vergangenen zehn Jahren.

16 Prozent derer, die zum Arzt gehen, werden krankgeschrieben. Was auch sinnvoll sei, wie Dr. Norbert Metke, Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung, betont: „Daheim wird man kränker.“ Es brauche bei Rückenproblemen Bewegung – und eben keine Bettruhe.

60 Prozent derer, die nicht zum Arzt gehen, behandeln ihre Rückenschmerzen mit Heizkissen, Bad oder Sauna, 44 Prozent bewegen sich verstärkt. 34 Prozent warten und hoffen, das der Schmerz von selbst vergeht. Jeder Dritte (33 Prozent) nimmt Schmerzmittel.

3,5 Prozent der Erwerbstätigen fehlen laut Gesundheitsreport jeden Tag an ihrem Arbeitsplatz. Die meisten wegen Erkältung, Rückenschmerzen und psychischen Problemen. Der Krankenstand ist damiteher hoch: In den vergangenen 20 Jahren lag er auch schon mal bei nur2,6 Prozent.

4,1 Prozent ist der Krankenstand im Bundesschnitt. Baden-Württemberghat so geringe Fehlzeiten wie kein anderes Bundesland, Sachsen-Anhalthat mit 5,2 Prozent den höchsten Wert.

19.04.2018 14:32:47, Autor: dpa