Autofahren und Demenz

Wann ist ein Patient Fahruntüchtig?

Fahruntüchtig oder nicht? Hilfestellung für Hausärzte, diese schwere Frage bei ihren Patienten zu beurteilen, verspricht eine neue Vorgehensempfehlung der Universität Düsseldorf.

Wann ist ein dementer Patient fahruntüchtig? Ein neuer Leitfaden soll Ärzten helfen, das zu beurteilen.
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Zunehmende Fahrsicherheitsrisiken durch krankheitsbedingte kognitive Einschränkungen seien ein Thema, das Menschen mit Demenz, ihre Familien, aber auch ihre Hausärzte beschäftige, so die Soziologin Verena Leve, zusammen mit anderen Autoren dieser Empfehlung. Denn bei progredienten Krankheitsverläufen der häufigsten Demenzformen und den damit verbundenen Einschränkungen kognitiver Funktionen nehme das Risiko für Verkehrsunfälle zu.

Von hausärztlicher Seite bestünden Unsicherheiten in Bezug auf den Zeitpunkt der Ansprache, die Identifikation von Fahrsicherheitsrisiken sowie in der Beratung der Person mit Demenz. Hausärzte nähmen das Thema Autofahren und Demenz vor dem Spannungsfeld der Sicherung der Mobilität auf der einen und der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden auf der anderen Seite wahr.

Welche Möglichkeiten gibt es, die zu erwartenden Fahrsicherheitsrisiken gemeinsam mit den Menschen mit Demenz, ihren Angehörigen und ihren Hausärztinnen und Hausärzten zu thematisieren? Wie sehen die rechtlichen Hintergründe aus? Diese Fragen aus dem Praxisalltag will die Forschungsgruppe helfen zu beantworten.

Mit ihrer Empfehlung zielen die Autoren darauf ab, dass der Arzt gemeinsam mit dem Patienten mögliche Kompensations-, Optimierungs- und Selektionsstrategien bespricht. „Dies sollte schon möglichst früh im Verlauf der Demenz initiiert werden, um partizipative Entscheidungsprozesse zu ermöglichen und den Druck und die Notwendigkeit späterer rechtlicher Schritte gering zu halten“, lautet ein konkreter Rat.

Unter Beteiligung von Hausärzten, Patienten und Angehörigen sowie einem interdisziplinären Expertengremium wurde in einem Forschungsprojekt des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Düsseldorf (ifam) diese Vorgehensempfehlung für den hausärztlichen Praxisalltag entwickelt. Das Projekt wird von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gefördert.

Die Materialien stehen hier kostenlos zur Verfügung.

24.01.2018 14:23:27, Autor: Ruth Bahners