Vergleichsstudie

Bei frühem Mukoviszidose-Diabetes reichen Tabletten

Rund die Hälfte aller Mukoviszidose-Betroffenen erkrankt im Laufe ihres Lebens an einem CF-Diabetes. Die Therapie der Wahl ist dann häufig das Spritzen von Insulin. Eine randomisierte offene Vergleichsstudie hat nun ergeben, dass bei einem frühen CF-Diabetes Repaglinid-Tabletten genauso wirksam sind wie Insulin.


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Die Ergebnisse der Studie sind kürzlich im Fachjournal „Lancet Journal of Diabetes and Endocrinology“ veröffentlicht worden. In der Studie wurden zunächst 1.000 Mukoviszidose-Patienten im Alter ab zehn Jahren auf einen CF-Diabetes gescreent. Wurde ein Diabetes diagnostiziert, wurde der Patient zufällig einer Behandlungsgruppe zugewiesen: Entweder musste er mehrfach täglich Insulin spritzen oder Repaglinid in Tablettenform nehmen. Von 1.000 gescreenten Patienten willigten letztlich 75 Patienten mit frühem Mukoviszidose-Diabetes ein, an der Studie teilzunehmen. 34 Patienten erhielten Repaglinid als Therapie, 41 spritzten Insulin. Die Beobachtungsdauer betrug zwei Jahre. Weder nach einem noch nach zwei Jahren Behandlung in der entsprechenden Gruppe konnte ein signifikanter Unterschied im HbA1c-Wert gemessen werden.

Ebenso war die Zahl der Nebenwirkungen in beiden Gruppen etwa gleich. Und auch bei der Lungenfunktion und beim Ernährungsstatus zeigten sich keine Unterschiede. „Dank der Unterstützung des Mukoviszidose e.V., vieler CF-Ambulanzen und der teilnehmenden Patienten konnten wir zeigen, dass ohne Verlust an Sicherheit oder Wirksamkeit eine Behandlung des CF-Diabetes mit Tabletten für mehrere Jahre ein gangbarer Weg ist. Für Menschen mit Mukoviszidose und zusätzlich noch CF-Diabetes können wir die Therapielast verantwortlich senken", so Professor Manfred Ballmann, Leiter der CF-Diabetes-Studie, in einer Mitteilung.

Die Studie wurde vom Mukoviszidose e.V. mit 600.000 Euro unterstützt. An der Finanzierung beteiligt waren außerdem internationale Mukoviszidose-Organisationen wie Vaincre la Mucoviscidose (Frankreich) oder ABCF Association (Frankreich) sowie Gesundheitsunternehmen wie Novo Nordisk. In Deutschland sind bis zu 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von Mukoviszidose betroffen. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 150 bis 200 Kinder mit der seltenen Krankheit geboren.

20.12.2017 10:17:46, Autor: Dr. med. Thomas Kron