Alkohol in der Schwangerschaft

„Das Märchen vom harmlosen Gläschen löst sich langsam in Luft auf“

Alkohol in der Schwangerschaft kann erheblichen Schaden anrichten – diese Erkenntnis scheint sich immer mehr bei der Bevölkerung hierzulande durchzusetzen. Nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sind 89 Prozent der Bundesbürger der Ansicht, dass schwangere Frauen ihr ungeborenes Kind gefährden, wenn sie Alkohol trinken. Die Anzahl ist damit seit 2014 leicht gestiegen.

Alkohol in der Schwangerschaft ist problematisch – davon sind die meisten Deutschen mittlerweile überzeugt.
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2014 waren laut einer Studie von TNS Infratest dimap nur 85 Prozent davon überzeugt, dass Alkohol in der Schwangerschaft problematisch ist. Die aktuelle Forsa-Studie, welche das BMG am Donnerstag veröffentlicht hat, zeigt ein leicht verändertes Bild – vor allem der Anteil der Befragten, die glauben, dass Alkohol in der Schwangerschaft schlimmstenfalls zu lebenslangen schweren Behinderungen beim Kind führen kann, ist gestiegen: von 56 Prozent im Jahr 2014 auf mittlerweile 70 Prozent. Nur wenige (3 Prozent) der von Forsa Befragten äußerten die Ansicht, Alkoholkonsum in der Schwangerschaft könne schlimmstenfalls für das Kind unangenehm sein, hätte aber sonst keine Folgen.

„Das Märchen vom harmlosen Gläschen in der Schwangerschaft scheint sich langsam, aber sicher in Luft aufzulösen“, kommentiert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, die neuen Zahlen. Sie habe „die große Hoffnung, dass diese positive Entwicklung so manches Kind bereits im Mutterleib vor den gravierenden Folgen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft bewahren wird“.

Für die aktuelle repräsentative Studie befragte die Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag des BMG den Angaben zufolge vom 9. Oktober bis 6. November 2017 insgesamt 2.004 Personen ab 14 Jahren in Deutschland mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews zum Thema „Alkoholkonsum in der Schwangerschaft“.

Die ausführlichen Umfrageergebnisse gibt es hier.


23.11.2017 13:36:45, Autor: sk