„Nutricosmetics”

Auch Schönheit geht offenbar durch den Magen

Durch den Magen geht angeblich nicht nur die Liebe, sondern offenbar auch die Schönheit – oder das, was man als Schönheit definiert. Denn um diese zu fördern oder zu erhalten, werden seit einigen Jahren vermehrt sogenannte Nutricosmetics angeboten. Mit Nahrungsergänzungsmitteln sollen Haut und Haare gesund bleiben oder werden. Aber hält dieses „Beauty Food“ auch, was ihre Hersteller versprechen?

„Nutricosmetics“ können Oberflächenstruktur, Hautdichte und -elastizität durchaus verbessern.
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Viele Studien zeigten, dass „Nutricosmetics“ einzelne Hautparameter wie Oberflächenstruktur, Hautdichte und -Elastizität verbessern könnten, schreibt Professorin Ulrike Heinrich (Dermatronnier GmbH & Co. KG, Institut für Experimentelle Dermatologie an der Universität Witten/Herdecke) in einem aktuellen Beitrag über „Nutritives Anti Aging“.

Auch „Hydratation und Barrierefunktion der Haut“ seien „positiv beeinflusst“ worden. So habe eine eigene Untersuchung gezeigt, dass ein Produkt mit Rotklee-Isoflavonen, Vitaminen und Mineralstoffen die Haut glätten könne, berichtet Heinrich, Wissenschaftliche Direktion des Forschungsinstituts für Experimentelle Dermatologie.

Heinrich weiter: „Sowohl die Rauigkeit als auch die Schuppigkeit der Haut konnten im Verlauf der zwölfwöchigen Prüfung reduziert werden.“ Außerdem sei die Barrierefunktion der Haut verbessert worden. Dies habe sich als besonders wichtig erwiesen, da gerade Personen mit sehr empfindlicher Haut häufig eine Störung der Barrierefunktion aufwiesen. Eine Folge sei eine verstärkte Trockenheit der Haut, was „bei Kälte zu Spannungsgefühl und Juckreiz der Haut“ führen könne. Durch das dem Präparat mit Rotklee-Isoflavonen, Vitaminen und Mineralstoffen hätten diese Symptome gelindert werden können.

Allerdings sind positive Effekte auf die Haut auch ohne Nutricosmetics zu erzielen. Natürliche „Beauty Food“ tut es offenbar auch, etwa eine ausreichende Ernährung mit viel Obst und Gemüse. So seien in einer placebo-kontrollierten Studie mit einem Obst- und Gemüse-Extrakt bei 52 Probandinnen über einen Zeitraum von 12 Wochen Parameter wie Barrierefunktion, Hydratation und Hautdichte verbessert worden, zudem auch Mikrozirkulation und Sauerstoffversorgung. Das Problem: Durch die tägliche Ernährung sei offenbar, trotz eines großen Angebotes an frischem Obst und Gemüse nicht immer eine ausreichende Versorgung von Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen gewährleistet.

Ein wichtiger Faktor auf dem „Anti-Aging-Weg“ durch Nutricosmetics ist Geduld. Kurzfristige Effekte sollten nicht erwartet werden, betont die Biologin und Professorin für experimentelle Dermatologie. Gut Ding will eben Weile haben. Die Studien zu Nutricosmetics hätten gezeigt, „dass ebenso wie bei der Ernährung langfristig Umstellungen vorgenommen werden müssen“. Nur eine regelmäßige Zufuhr von lebenswichtigen Wirkstoffen in Kombination mit einer hauttypgerechten Pflege könne zu dem gewünschten Erfolg führen.

10.10.2017 14:33:41, Autor: Dr. med. Thomas Kron