Buchkritik

Beherzt gegen Schmerz

© R. G. Fischer Verlag
Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens Schmerz. Die Ursachen sind ebenso vielfältig wie Ausprägungen und Begleiterkrankungen. Weil immer mehr Menschen immer älter werden, gibt es zum Beispiel auch immer mehr Menschen, die unter chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats leiden.


So unterschiedlich der Schmerz und seine Ursachen, so unterschiedlich sind auch die möglichen Behandlungsmethoden. Einen Einblick in die Schmerztherapie gibt der Allgemeinmediziner Dr. Sylwester Minko in seinem Buch. Minko ist Leiter des Regionalen Schmerzzentrums der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin in Dinslaken und verfügt über langjährige Erfahrung als Schmerztherapeut. Schmerz an sich, macht der Arzt deutlich, ist erst einmal nichts Schlechtes: Als Warnsignal sichert er sogar das Überleben. Doch wird der Schmerz chronisch, muss der Arzt eingreifen. In leicht verständlicher Sprache erklärt Minko in dem Ratgeber, wie Schmerz entsteht und welche Therapieoptionen Schmerzpatienten haben. Vorkenntnisse setzt Minko dabei nicht voraus.

Einfach und anschaulich erklärt er, was es mit NSAR und Opiaten auf sich hat, welche anderen Medikamente Schmerzen hemmen können, wann Physiotherapie und wann Psychotherapie helfen können. Eher kritisch sieht Minko alternative Methoden wie Akupunktur, Homöopathie oder Chinesische Medizin.

Im zweiten Teil geht es um verschiedene Krankheitsbilder: Rückenschmerzen, Osteoporose, Arthrose, verschiedene Arten von Kopfschmerz und neuropathischen Schmerz. Wie entstehen diese Schmerzen – und was kann wo helfen?

In seiner mehr als 40-jährigen Tätigkeit habe sich in der Schmerztherapie viel getan, kann Minko berichten. Doch zugleich warnt er die Patienten vor überzogenen Erwartungen: Einfach eine Tablette und der Schmerz ist völlig verschwunden? Das wird in den meisten Fällen nicht funktionieren. Die Schmerztherapie muss realistische Ziele haben, etwa eine Schmerzlinderung, die Selbstständigkeit im Alltag sichert. Und der Patient müsse auch selbst aktiv werden: „Eine passive Haltung nach dem Motto ‚Der Arzt macht das schon‘ ist grundlegend falsch“, schreibt Minko. Sein Ziel: „Sie sollen auch erfahren, wie Sie selbst die Schmerzen beeinflussen können, sodass nicht der Schmerz Sie, sondern Sie den Schmerz in den Griff bekommen“, wendet er sich im Vorwort an den Leser.


Sylwester Minko:
Beherzt gegen Schmerz.
R.G. Fischer Verlag
11,80 Euro


29.09.2017 10:04:23, Autor: Kathrin Schneider / durchblick-gesundheit Oktober-Dezember 2017