US-Studie

Helme schützen Motorrad- und Radfahrer vor Schädel- und Gesichtsverletzungen

Motorrad- und Fahrradfahrer, die bei einem Unfall einen Helm tragen, erleiden seltener schwere Schädel- und Gesichtsverletzungen. Dazu zählen Platzwunden, Blutergüsse, Schädelbrüche oder Frakturen im Gesichtsbereich. Daher verkürzt sich ihr Krankenhausaufenthalt um bis zu zwei Tage gegenüber Patienten, die ohne Helm unterwegs sind. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Basel Sharaf und seine Kollegen nach Auswertung von Krankenakten der Mayo Clinic in Rochester in der Fachzeitschrift „Craniomaxillofacial Trauma and Reconstruction“.

Fahrradfahrer, die bei einem Unfall einen Helm tragen, erleiden seltener schwere Schädelverletzungen.
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Helme sind auch in den USA bei vielen Motorrad- und Fahrradfahrern unbeliebt. Im Bundesstaat Minnesota, wo sich die Mayo Clinic befindet, wurde im Jahr 1977 eine gesetzliche Helmpflicht weitgehend aufgehoben. Dort müssen Motorradfahrer nur dann einen Helm tragen, wenn sie jünger als 18 sind oder einen vorläufigen Führerschein haben. Eine gesetzliche Regelung für Fahrradfahrer gibt es nicht. Eine Folge: jeder zweite Motorrad- und Fahrradfahrer, der in der Notaufnahme der Mayo Clinic aufgenommen wurde, trug keinen Helm.

Ein Team um den Kieferchirurgen Dr. Basel Sharaf hat die Daten von 417 Patienten ausgewertet, die in den Jahren 1999 bis 2015 behandelt wurden und bei denen das Tragen oder Nichttragen eines Helms in den Krankenakten vermerkt wurde. Darunter waren 367 Patienten, die mit einem Motorrad oder Fahrrad in einen Unfall verwickelt waren.

Egal ob Motorrad oder Fahrrad – bei beiden Verkehrsmitteln schützt der Helm vor Verletzungen: Keiner der Helmträger erlitt eine Schädelfraktur. Von den Patienten mit Platzwunden, die zum Teil chirurgisch versorgt werden mussten, trugen über 85 Prozent keinen Helm. Gesichtsfrakturen im Bereich der Augenhöhle, des Jochbeins, des Ober- und Unterkiefers und des Nasenbeins traten bei Patienten ohne Helm dreimal häufiger auf als bei Helmträgern. Jede vierte Gesichtsfraktur erforderte laut Sharaf darüber hinaus eine Operation.

Bei Patienten mit Verletzungen der Halswirbelsäule machte es hingegen keinen Unterschied, ob sie einen Helm trugen oder nicht. Auch der Schweregrad der sonstigen Unfallverletzungen war gleich. Gleichwohl mussten Fahrer ohne Helm häufiger stationär aufgenommen werden: Sie verbrachten im Durchschnitt zwei Tage länger in der Klinik und benötigten im Anschluss häufiger eine Reha-Behandlung.

26.07.2017 07:54:53, Autor: Dr. med. Thomas Kron