Nephrologie

Auch chronisch Nierenkranke sollen von mediterraner Kost profitieren

Eine mediterrane Kost ist auch für Patienten mit chronischen Niererkrankungen empfehlenswert. Allerdings sollten bei Patienten, die sich so ernähren, regelmäßig die Laborwerte, vor allem die Kalium-Spiegel, überprüft werden, so die Arbeitsgruppe „European Renal Nutrition“ der „European Renal Association–European Dialysis Transplant Association“ (ERA-EDTA).

Die mediterrane Diät ist fleischarm und basiert auf Früchten, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen und hochwertigen Ölen wie kaltgepresstem Olivenöl.
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Bekannt ist, dass die mediterrane Diät für die Allgemeinbevölkerung und für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen wird. Sie ist fleischarm und basiert auf Früchten, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen und hochwertigen Ölen wie kaltgepresstem Olivenöl. Einer 2013 publizierten Primärpräventions-Studie zufolge, könne sie das Risiko für Herzgefäß-Krankheiten von kardiovaskulären Risikopatienten allein um 30 Prozent senken, teilt die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie mit. Auch nierenkranken Patienten bringe die Kost Vorteile.

Die durchschnittliche Eiweißzufuhr entspreche bei mediterraner Kost in etwa der für nierenkranke Patienten empfohlenen Menge (∼0,8 g/kg/Tag), wobei das Eiweiß hauptsächlich aus Gemüse, Fisch und weißem Fleisch stammt. Unter der Diät komme es zu einer niedrigen glykämischen Last / glykämischem Index. Außerdem reduziere die Diät oxidativen Stress und Entzündungen. Durch die frischen Zutaten/frische Zubereitung der Speisen sei die Salz- und Phosphataufnahme geringer als bei vielen anderen Ernährungsweisen.

Die europäische Arbeitsgruppe geht davon aus, dass sich diese Vorteile gerade auch bei nierenkranken Patienten günstig auswirken. Sie räumt allerdings auch ein, dass diese Kost zu höheren Kaliumwerten führen kann, da Früchte und Gemüse viel Kalium enthalten. Inwieweit das schädlich oder gar gefährlich sei, könne noch nicht abschließend eingeschätzt werden. Die Arbeitsgruppe empfiehlt daher bei chronisch Nierenkranken, die sich mediterran ernähren, regelmäßige Laborwertkontrollen. Ideal sei eine Betreuung durch einen Ernährungsberater.

„Grundsätzlich schließt sich die deutsche Nephrologie dieser Empfehlung an“, erklärt Professor Jan C. Galle von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. „Solange die Kalium-Werte im Normalbereich liegen, spricht vieles dafür, dass Nieren-Patienten im Hinblick auf ihr kardiovaskuläres Risiko und auch im Hinblick auf nierenspezifische Problematiken von der mediterranen Diät profitieren. Sie ist phosphatarm – und wir wissen, dass ein hohes Phosphat zu einer höheren Sterblichkeit bei unseren Patienten führt. Sie ist salzarm und kann daher den Blutdruck senken, was für Nieren-Patienten bedeutsam ist, um die verbliebe Nierenfunktion noch möglichst lange zu erhalten. Sie ist arm an gesättigten, aber reich an ungesättigten Fettsäuren, die in Fisch oder hochwertigen Ölen enthalten ist. Das führt zu einem guten Lipidspiegel und wirkt sich positiv auf die Herz-Kreislaufgesundheit aus.“

20.07.2017 08:56:47, Autor: Dr. med. Thomas Kron