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Ärzte raten vom „Baby-led weaning“ ab

Beim Baby-led weaning greift der Säugling zu kleingeschnittenen Lebensmitteln.
© MAev
Kinderärzte warnen vor dem sogenannten Baby-led weaning – einer Methode, bei der der Säugling nicht zunächst mit Brei gefüttert wird, sondern zu kleingeschnittenen Lebensmitteln greift. Dieser „stressfreie Beikostweg“, wie ihn viele Hebammen nennen und empfehlen, soll Vorteile für die langfristige Entwicklung eines gesunden Essverhaltens haben. Dem widerspricht Dr. Josef Kahl vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Es sei zwar wünschenswert, dass das Kind lerne, Lebensmittel eigenständig zum Mund zu führen. „Für eine gute Versorgung ist aber auch ein ausgewogenes Nahrungsmittelangebot wichtig. Und dieses kann bei Säuglingen, die ‚von der Hand in den Mund‘ leben, auf der Strecke bleiben.“

So könne es zum Beispiel sein, dass das Kind nicht genug Eisen aufnehme. Denn die Eisenspeicher der Babys seien schon kurze Zeit nach dem Abstillen praktisch leer. „Wenn das Kind dann nur an einem Stück Fleisch saugt, bekommt es kaum Eisen“, erklärt Kahl. Außerdem könne es passieren, dass ein motorisch ungeschicktes Kind nicht richtig satt werde oder dass es sich an einem Stück Gemüse oder Obst verschlucke.

Laut Kinder- und Jugendärzte-Verband sollten sich Eltern in der Beikost-Phase daher weiterhin an dem bewährten Ernährungsplan orientieren, wie ihn etwa das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) empfiehlt. 


14.08.2017 14:15:00, Autor: na / durchblick-gesundheit Juli-August 2017