Chronische Schmerzen

Hinweis auf erhöhtes Risiko für kognitiven Abbau?

Chronische Schmerzen fördern bei alten Menschen möglicherweise den kognitiven Abbau. Dies vermuten die Autoren einer bevölkerungs-basierten Kohorten-Studie. Die Ergebnisse der Langzeit-Studie sind im „JAMA of Internal Medicine“ erschienen.

Persistierende Schmerzen könnten laut Studie ein erhöhtes Risiko für einen beschleunigten kognitiven Abbau darstellen.
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An der Studie nahmen 10.065 Personen aus der US-Allgemeinbevölkerung teil, die im Jahr 2000 mindestens 62 Jahre alt waren und in den Jahren 1998 und 2000 Fragebögen zu Schmerzen und zur geistigen Leistungsfähigkeit ausgefüllt hatten. In den nachfolgenden zwölf Jahren wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen persistierenden Schmerzen und Gedächtnisstörungen sowie Demenz gibt. Beurteilt wurde dies anhand von psychometrischen Tests.

Zu Beginn der Studie hatten knapp elf Prozent der Studienteilnehmer persistierende Schmerzen, die mit Depressivität und Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten einhergingen. Die Autoren berechneten für die Teilnehmer mit dauerhaften Schmerzen ein nach zehn Jahren um knapp 16 Prozent größeres relatives Risiko, die eigene Medikation korrekt einzunehmen; fast zwölf Prozent betrug die relative Risiko-Zunahme für die Unfähigkeit, noch mit den eigenen Finanzen klarzukommen. Als größer habe sich auch die Wahrscheinlichkeit für eine Demenz erwiesen, berichten die US-Autoren. Die relative Risiko-Zunahme liege hier bei fast acht Prozent.

Das Studiendesign erlaubt es selbstverständlich nicht, chronische Schmerzen als bewiesene Ursache eines kognitiven Abbaus zu bezeichnen. Nach Ansicht der Autoren könnten persistierende Schmerzen jedoch als ein erhöhtes Risiko für einen beschleunigten kognitiven Abbau gewertet werten.

07.06.2017 09:49:02, Autor: Dr. med. Thomas Kron